EU-Reifenlabel

Was Sie über das EU Reifenlabel wissen müssen

Was verbirgt sich hinter dem EU Reifenlabel?

EU-Reifenlabel

Das alte EU-Reifenlabel, gültig bis 30.04.2021

 

Das EU-Reifenlabel wurde 2012 in Europa von der Europäischen Union eingeführt. Mit dem bunten Aufkleber, der an das bekannte EU-Energielabel auf Elektrogeräten erinnert, können Autofahrer auf den ersten Blick erkennen, welche Eigenschaften ein Reifen hat. Angegeben werden der Rollwiderstand, die Nasshaftung und das externe Rollgeräusch. Ab dem 1. Mai 2021 ist ein neues, überarbeitetes Label Pflicht: Die neue Kennzeichnung soll genauere Informationen liefern und kenntlich machen, welche Reifen am energieeffizientesten sind. Gemäß der EU-Verpflichtung zur Klimaneutralität soll damit der Energieverbrauch im Straßenverkehr verringert werden. Hilft das neue Label bei der Kaufentscheidung?

Neues EU-Reifenlabel: Die wichtigsten Änderungen

Die Reifenkennzeichnung wird erweitert: Bisher wurden nur die Reifen für Pkw (C1) und leichte Nutzfahrzeuge (C2) mit dem EU-Label ausgewiesen, ab Mai 2021 erhalten auch Reifen für schwere Nutzfahrzeuge (C3) das neue Etikett. Genau wie der Vorgänger von 2012 informiert das neue EU-Reifenlabel über die drei Kategorien Rollwiderstand (Kraftstoffverbrauch), Nasshaftung (Bremsweg auf nasser Straße) und externes Rollgeräusch (Lautstärke). Neu geordnet wurde die Einteilung der Reifenklassen bei Rollwiderstand und Nasshaftung: Statt sieben Kategorien mit den Einteilungen A bis G hat die neue Kennzeichnung nur noch fünf Labelklassen mit den Einteilungen A bis E. Die oberen Klassen A bis C bleiben unverändert. Die bisher nicht vergebene Klasse D wird nun genutzt und übernimmt die Werte aus E. Die ehemaligen Klassen F und G wurden zusammengeführt und bilden die neue Klasse E. Das soll die Übersichtlichkeit des Labels

Neues EU-Reifenlabel

Das neue EU-Reifenlabel, gültig ab 01.05.2021

vereinfachen. Auch die Angaben des externen Rollgeräuschs wurden verändert: Die Schallwellen auf dem alten Etikett gibt es nicht mehr. Stattdessen wird das externe Rollgeräusch mit der Dezibelangabe und durch die Buchstaben A, B und C klassifiziert. Hinzugekommen sind zwei Symbole für Schnee (3PMSF) und Eis, die Reifen mit Wintertauglichkeit kennzeichnen. Über einen QR-Code können Verbraucher weitere Informationen zu den Reifeneigenschaften von der offiziellen EU-Produktdatenbank (EPREL) herunterladen. Dort steht das Produktdatenblatt (PIS) bereit, auf dem alle Werte des Reifenlabels sowie Produktionsbeginn und -ende des Reifens zu finden sind. Diese Informationen werden von Reifenhersteller an die Datenbank übermittelt.

Reifenkauf: Sicherheit geht vor

Das neue EU-Reifenlabel gibt wichtige Informationen zu drei zentralen Reifeneigenschaften. Doch auch auf dem überarbeiteten Etikett fehlen weitere wesentliche Produkteigenschaften, die beim Kauf von Reifen berücksichtigt werden sollten: Fahrstabilität, Seitenführung in Kurven, Aquaplaning-Eigenschaften, Trockenhaftung und Lebensdauer, um nur einige zu nennen, sind ebenfalls wichtige Kriterien, die darüber entscheiden, wie sicher ein Reifen ist. Für die Einschätzung der Reifenqualität sollte ebenfalls beachtet werden, dass bei der Reifenentwicklung ein sogenannter Tradeoff vorliegt: Das heißt, die Verbesserung und Verschlechterung von Reifeneigenschaften hängen voneinander ab. Wird etwa der Rollwiderstand eines Reifens verringert, verlängert sich automatisch der Bremsweg. Für die Sicherheit im Straßenverkehr sollten sich Autofahrer jedoch immer für Reifen mit möglichst kurzem Bremsweg entscheiden. Deshalb ist es ratsam, sich als Autofahrer nicht nur auf die Angaben des neuen Reifenlabels zu verlassen, sondern unabhängige Reifentests und die Beratung von Fachleuten hinzuzuziehen. Denn Sicherheit geht im Straßenverkehr vor.

„Sicherheit ist das A und O beim Reifenkauf. Schließlich sind die Reifen das einzige, was das Fahrzeug mit der Straße verbindet – die Auflagefläche jedes Reifens ist gerade einmal so groß wie eine Postkarte. Deshalb gilt: Besser den Reifen mit dem kürzeren Bremsweg wählen und Kraftstoff durch vorausschauendes Fahren, regelmäßige Luftdruckprüfungen und frühes Hochschalten einsparen“, empfiehlt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf.

 

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Ute Hammer, DVR, zum Reifenlabel

Gibt es den perfekten Reifen?

Geht man von Kühlschränken oder Waschmaschinen aus, erwartet man als Verbraucher/in durch und durch perfekte Werte. Beim Reifen ist es eher wie bei einer zu kurz geratenen Bettdecke: Zieht man sie ans Kinn, bekommt man kalte Füße. Bei der Reifenentwicklung sind viele Merkmale gegenläufig und man verschlechtert automatisch eine Eigenschaft, wenn man die andere optimiert. In der Praxis heißt das: Reifen, die besonders kraftstoffeffizient sind, weisen auf nasser Fahrbahn in der Regel einen schlechteren Bremsweg auf als solche, die einen höheren Rollwiderstand haben. Dieser Konflikt beschäftigt die Hersteller von Qualitätsreifen bereits seit Jahren, mit dem Ziel, bei beiden Kriterien ein möglichst hohes Niveau zu erreichen. Qualitätsreifen zeichnen sich deshalb darin aus, dass sie nicht nur in einem, sondern in mehreren Merkmalen gute Werte erzielen.

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Christian Koch, DEKRA, zum Reifenlabel

Die Bewertungskriterien des Reifenlabels im Überblick:

  • Rollwiderstand: Der Rollwiderstand ist nichts anderes als die Kraft, die aufgebracht werden muss, um den Reifen am Laufen zu halten. Am Rollwiderstand kann die Energieeffizienz eines Reifens festgemacht werde. Je höher der Rollwiderstand ist, desto mehr Kraft muss aufgewendet werden, um voranzukommen. Kurz gesprochen: Je höher der Rollwiderstand, desto höher der Kraftstoffverbrauch.
    Dargestellt wird der Rollwiderstand auf dem Label durch einen Reifen mit einer Zapfsäule. Zwischen den einzelnen Energieeffizienzklassen liegt ein zusätzlicher durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch von etwa einem Liter auf 1.000 Kilometer Strecke, das entspricht etwa der Distanz von Flensburg nach Salzburg. Ein Reifen der Klasse C verbraucht also auf 1.000 Kilometern durchschnittlich einen Liter mehr Kraftstoff als ein Reifen der Klasse B.
  • Nasshaftung: Fährt ein Wagen auf regennasser Fahrbahn mit Tempo 80 auf ein Stauende zu, kann die Wahl des Reifens über den Ausgang der Situation entscheiden: rechtzeitiger Stopp des Wagens oder Unfall. Die Nasshaftung bewertet den Grip des Reifens und damit des gesamten Autos auf nasser Fahrbahn. Einfacher gesagt: Je besser die Nasshaftung, desto kürzer der Bremsweg auf nasser Fahrbahn. Damit steigt die Sicherheit von Fahrer/in, Beifahrer/in und allen anderen Verkehrsteilnehmern/innen. Dargestellt wird die Nasshaftung auf dem Label durch einen Reifen und eine Regenwolke.
    Zwischen den einzelnen Klassen liegt ein zusätzlicher Bremsweg von drei bis sechs Metern auf nasser Straße bei einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde. Das bedeutet, dass ein Reifen der Klasse C auf einer durchschnittlich griffigen Straße vier Meter später zum Stehen kommt als einer der Klasse B – immerhin eine gute Wagenlänge. Während das eine Fahrzeug den Unfall knapp verhindert, prallt das andere mit 25 bis 30 km/h auf den Vordermann.
  • Externes Rollgeräusch: Das Rollgeräusch gibt Aufschluss über den Geräuschpegel des Reifens in Dezibel. Dabei bedeutet jeder zusätzliche schwarze Streifen im Piktogramm einer Erhöhung des Rollgeräuschs. Übrigens: Das außen wahrnehmbare Geräusch ist nicht gleichbedeutend mit der Geräuschbelastung im Fahrzeuginneren.
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Kay Oberheide, ACV, zum Reifenlabel