Winterurlaub mit dem Auto

Mit den richtigen Reifen wird aus der Fahrt in den Schnee keine Rutschpartie

Sicher mit dem Auto ankommen ist das A und O. Achten Sie daher auf die richtige Bereifung und einen angemessenen Fahrstil.

Freut‘ euch ihr Kinder, freuet euch sehr, der Winterurlaub ist nicht mehr fern! Vor der Entspannung im verschneiten Winterparadies steht für viele Urlauberinnen und Urlauber jedoch die lange Anreise mit dem Auto, die bei winterlichen Straßenverhältnissen schnell zu einer nervenzerreibenden und gefährlichen Angelegenheit werden kann. Damit die Fahrt in den Winterurlaub nicht zur Rutschpartie wird, gibt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) Tipps für einen sicheren Start in den Winterurlaub. Winterreifen – gute Qualität und mindestens 4 mm Profiltiefe sind das A und O. 

Mit dem Auto ins Skigebiet?

Wer vor hat, in schneereiche Regionen zu fahren, sollte besonders darauf achten, mit qualitativ hochwertigen Winterreifen unterwegs zu sein. Denn nur mit guten Winterreifen sind ein guter Grip auf verschneiter und vereister Fahrbahn und gute Fahrstabilität möglich. Für eine optimale Bodenhaftung empfehlen Reifenexperten eine Mindestprofiltiefe von 4 mm, denn bei geringerem Profil schwindet die Wirkung der für die Haftung wichtigen Lamellen, der Bremsweg verlängert sich und das Fahrzeug bricht in Kurven schneller aus. „Tests verschiedener Automobilclubs haben gezeigt, dass der Bremsweg mit Winterreifen auf schneebedeckter Fahrbahn aus 50 km/h etwa um die Hälfte kürzer ist als mit Sommerreifen“, sagt Welf Stankowitz, Referatsleiter Fahrzeugtechnik beim DVR. Außerdem schreibt die situative Winterreifenpflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen Reifen mit M+S-Kennzeichnung (Matsch und Schnee) vor. Das Schneeflockensymbol zeigt an, dass die Mindestanforderungen an die Wintertauglichkeit durch Tests erfüllt sind.

Achtung bei Ganzjahresreifen

In Tests von Automobilclubs und Stiftung Warentest hat keiner der getesteten Reifen überzeugt. Den „Reifen für alle Gegebenheiten“ gibt es nicht – wer im Winter sicher ausgerüstet unterwegs sein möchte, sollte auf gute Winterreifen setzen.

Schneeketten sollten bei einer Fahrt in die Berge nicht fehlen

Wer in den Bergen unterwegs ist, sollte nicht vergessen, Schneeketten einzupacken. Zwar besteht in den Alpenländern keine generelle Schneekettenpflicht, aber das Anlegen von Schneeketten kann durch Schilder angeordnet werden. Schneeketten sollten nur auf geschlossener Schneedecke verwendet werden und immer auf den beiden Antriebsrädern montiert werden. Die Strafen für Verstöße gegen die Schneekettenanordnung kosten je nach Land zwischen 75 und 135 Euro.

Fahrweise anpassen und das Auto vor Frost schützen

Gerade im Winter verschlechtern Schneetreiben und Dunkelheit häufig die Sichtverhältnisse. Wer nicht vorausschauend fährt, ist dem Vordermann schnell aufgefahren oder in weit schlimmere Unfälle verwickelt. Deshalb ist es jetzt besonders wichtig, die anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer im Auge zu behalten. Die Geschwindigkeit und der Sicherheitsabstand sollten immer den winterlichen Straßenbedingungen angepasst sein. Auf Brücken, am Straßenrand oder auf Waldstrecken kann auch bei sonst trockener Straße plötzlich Glätte auftreten. Eingeschaltetes Licht auch am Tag hilft, besser gesehen zu werden. In vielen Ländern ist das Fahren mit Licht am Tage, entweder durch Einschalten des Abblendlichts oder mit Tagfahrleuchten, vorgeschrieben. Ausreichend Frostschutzmittel im Kühlwasser- und in der Scheibenwaschanlage verhindern, dass diese Flüssigkeiten bei Minustemperaturen einfrieren. Eiskratzer, Enteisersprays oder Eisschutzfolien sind nützliche Begleiter, um alle Scheiben des Autos von Eis und Schnee zu befreien oder freizuhalten.

Die Stauausrüstung für die Fahrt in den Winterurlaub

Meistens kommt die Durchsage im Radio erst, wenn man schon mitten im Stau steht. Oder man hat selbst eine Panne und muss bei Eiseskälte auf den Pannendienst warten. Gerade im Winter ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein. Warme Decken sollten griffbereit liegen, die Thermoskanne mit heißem Kaffee, Tee oder Kakao hilft dabei, den Körper von innen zu wärmen. Auch selbsterwärmende Taschenwärmer sind ein nützliches Hilfsmittel, um nicht zu frieren. Da der Spritverbrauch bei Stop-and-Go-Verkehr steigt, sollte immer genug Kraftstoff im Tank sein, denn wenn der Motor nicht laufen kann, kann auch die Heizung nicht arbeiten. Denken Sie auch daran, ihr Handy aufgeladen mitzunehmen, in einem Notfall kann es ihre einzige Verbindung nach Außen sein.

Alles richtig verpackt?

Die Reisetaschen, Koffer, Skischuhe und Spielzeuge stapeln sich bis unters Autodach? Wer mit dem Auto in den Winterurlaub fährt, hat meistens viel Gepäck dabei. Falsch verstaute Taschen können bei einer Vollbremsung schnell zu lebensgefährlichen Geschossen werden. Ein fünf Kilo schwerer Koffer beispielsweise, der ungesichert auf der Rückbank liegt und mit voller Wucht nach vorne fliegt, trifft den Fahrenden, die Beifahrerin oder den Beifahrer mit einem Aufprallgewicht von 250 Kilo. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt vor, die Ladung so zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann. Beim Packen ist deshalb folgendes zu beachten:

  • Grundsätzlich gilt: schwere Ladung nach unten, leichte nach oben. Schwere Taschen und Koffer sollten immer als erstes auf den Boden der Ladefläche, so nah und so formschlüssig wie möglich an die Rückbank gepackt und möglichst mit Zurrgurten gesichert werden. Die Zurrgurte werden an Verzurrösen gesichert, die fest in den Boden des Kofferraums eingelassen sind.
  • Leerräume sollten formschlüssig aufgefüllt werden, sodass die gesamte Ladefläche gefüllt ist und nichts frei bleibt. So hält sich die Ladung gegenseitig, auch bei mehreren Lagen.
  • Anti-Rutschmatten als Unterlage helfen dabei, dass nichts ins Rutschen gerät.
  • Zurrgurte zum Sichern von schwerer Ladung sollten immer über ein DIN-Etikett verfügen und in einwandfreiem Zustand sein.
  • Abdeck- und Zurrnetze verringern das Verrutschen von Gepäck. Es gibt sie in den verschiedensten Ausführungen, als Türsicherung, als Trennung zwischen Lade- und Fahrgastraum oder zum Abdecken auf der Ladefläche. Sie eignen sich zur Sicherung leichter und kleinteiliger Güter.
  • Bei fehlerhafter Ladung drohen Bußgelder zwischen 35 und 75 Euro und bis zu drei Punkte in Flensburg. Außerdem kann die Polizei den Fahrenden an der Weiterfahrt hindern. Unfälle mit Personenschaden, die durch falsch gesicherte Ladung ausgelöst oder verschlimmert werden, können als Straftat gewertet und mit Freiheits- und Geldstrafen bestraft werden.