Vor dem Start in den Urlaub: Reifen checken

Bonn, 22.06.2020   Aufgrund der Corona-Pandemie haben sich bei vielen die Urlaubspläne für die anstehenden Sommerferien geändert. Aus der eigentlich geplanten Flugreise wird nun die längere Autofahrt bis zur Ferienwohnung oder ins Wellnesshotel. Vor der Fahrt sollte das Fahrzeug gründlich gecheckt werden, insbesondere die Reifen:

Noch genügend Profil?

Der erste Check gilt der Profiltiefe. Per Gesetz sind mindestens 1,6 Millimeter vorgeschrieben. In der Regel sind in den Profilen kleine Stege, die genau diese Tiefe anzeigen. Sind diese erreicht, müssen die Reifen runter. Allerdings empfiehlt sich der Tausch deutlich früher. Mindestens 3 Millimeter bei Sommer- und 4 Millimeter bei Winterreifen sollten die Profile noch haben, damit Sie sicher unterwegs sind. Nachmessen lässt sich das ganz einfach mit einer Euromünze. Der goldene bzw. silberne Rand der 1- und 2-Euro-Münze ist 3 Millimeter hoch. Einfach die Münze in eine der Längsrillen des Profils stecken. Taucht der Ring komplett ein, reicht das Profil noch. Ist er dagegen noch zu sehen, muss der Reifen ausgetauscht werden.

Dieser Check sollte an unterschiedlichen Stellen und in allen Längsrillen des Pneus wiederholt werden. Große Unterschiede zwischen den Rillen weisen auf falsche Einstellungen von Spur und Sturz oder den falschen Reifendruck hin. Innen oder außen einseitig abgefahrene Reifen sind ein Fall für die Werkstatt. Ist die mittlere Längsrille deutlich flacher als die äußeren, ist der Luftdruck vermutlich zu hoch, sind die äußeren gleichmäßig deutlich flacher, ist der Druck zu niedrig.

Sicher fahren ist eine Frage des Drucks

Den Reifendruck kann jeder Fahrende leicht selbst prüfen und anpassen. Der korrekte Druck findet sich meist auf einem Aufkleber im Türeinstieg auf der Fahrerseite oder hinter der Tankklappe. Ist er dort nicht zu finden, steht er auf jeden Fall im Handbuch des Fahrzeugs. Ganz wichtig für alle Reisenden: Im Urlaub ist das Auto meist vollbeladen. Hierfür wird ein höherer Druck vorgeben als bei geringer Beladung. Da sich der Druck direkt auf das Fahrverhalten, den Bremsweg und somit die Sicherheit auswirkt, sollte er stimmen.

Kaputt oder alt?

Ein letzter Blick gilt dem Gesamtbild des Reifens. Sind alle Ventilkappen vorhanden? Sind Beschädigungen zu sehen? Letzteres deutet auf eine kaputte Karkasse hin. Beispielsweise kann das Metallgeflecht im Inneren des Reifens durch das Streifen des Bordsteins reißen. In diesem Fall muss der Reifen auf jeden Fall gewechselt werden, denn er könnte unterwegs komplett ausfallen und der Fahrt ein jähes Ende bereiten, im schlimmsten Fall sogar zu einem Unfall führen. Auch die so genannte DOT-Nummer sollte überprüft werden. Sie gibt an, wann ein Reifen produziert wurde. Diese vierstellige Zahl befindet sich auf der Reifenflanke und wird oval eingerahmt. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Kalenderwoche, die letzten beiden für das Jahr. Die Zahl 1220 sagt also, dass der Reifen in Kalenderwoche 12 im Jahr 2020 hergestellt wurde.

Beim Alter erleben Besitzerinnen und Besitzerinnen eines Autos oft eine Überraschung. Bis zu drei Jahre alte Reifen gelten als fabrikneu, wenn sie das erste Mal montiert werden. Pneus, die unbenutzt fünf Jahre fachgerecht eingelagert wurden, können ebenfalls noch als „neu“ bezeichnet werden. Allerdings sollten Reifen aufgrund des Alterungsprozesses des Gummis nie älter als zehn Jahre sein. Der Blick könnte also so manche Überraschung bringen, dient aber immer der Sicherheit.

Ersatzrad und Wohnwagen

Wer nun denkt, mit dem Reifencheck fertig zu sein, irrt. Was ist mit dem Reserverad? Auch dieses muss überprüft werden. Gleiches gilt für den Wohnwagen, dessen Reifen selbstverständlich auch kontrolliert werden müssen. Ist der Anhänger für 100 Stundenkilometer zugelassen, dürfen die Pneus übrigens nicht älter als 6 Jahre sein.

So überprüft und für gut befunden, kann der sorgenfreie Sommerurlaub mit dem eigenen Pkw starten.

 

Über Reifenqualität – „Ich fahr‘ auf Nummer sicher!“

Im Mittelpunkt der Initiative Reifenqualität des DVR und seiner Partner stehen die Qualität der Reifen und die fachliche Beratung im Handel. Die Produktqualität hat Auswirkungen auf Bremsweg und Nasshaftung. Aber auch der Zustand der Reifen ist sicherheitsrelevant. Dazu gehören Sicherheitsprofiltiefe und Reifendruck. Die regelmäßige Wartung der Reifen ist für die Fahrzeugsicherheit unerlässlich. Weitere Informationen rund um das Thema gibt es unter: www.reifenqualitaet.de

 

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