Transport: Eine Belastungsprobe für die Reifen

Verkehrssicherheitsexperten empfehlen, den Reifenluftdruck bei jedem zweiten Tankstopp zu prüfen und anzupassen. Auch bei höherer Zuladung, zum Beispiel beim Möbeltransport oder auf Reisen, muss der Luftdruck erhöht werden.

Der Frühling steht vor der Tür und viele planen den Osterausflug mit der Familie. Die ersten Frühlingstage sind auch eine beliebte Zeit für Umzüge und Renovierungen. Da führt es viele in Baumärkte und Möbelhäuser. In der Euphorie wird oft vergessen, dass sich das Fahrverhalten des Fahrzeugs bei Belastung stark verändern kann. Deshalb empfiehlt die Initiative Reifenqualität – „Ich fahr‘ auf Nummer sicher!“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner, den Reifenzustand regelmäßig zu überprüfen. Zu geringer Reifenfülldruck steht in der Hitliste der Reifensünden, die zum Ausfall führen, weit oben, gefolgt von mangelnder Profiltiefe, Beschädigungen durch Fremdkörper, Montagefehlern und Überalterung. Die Ergebnisse der deutschlandweit durchgeführten „Wash & Check“-Aktion der Initiative Reifenqualität zeigen auf, dass 18 Prozent der Autos auf Deutschlands Straßen mit zu geringem Luftdruck unterwegs sind, zwölf Prozent mit zu geringem Profil.

Das Reifenverhalten beim Transport

Neben einem erhöhten Kraftstoffverbrauch steigen die Risiken bei der Nutzung mangelhafter Bereifung bei zusätzlicher Ladebelastung exponentiell. Die Reifen haben zusätzlich eine Stoßdämpferfunktion, die vom Fülldruck abhängig ist. Deshalb muss der Reifendruck besonders bei außergewöhnlicher Beladung, zum Beispiel auf Ferienfahrten, unbedingt erhöht werden. Durch nicht angepassten Reifendruck steigt der Reifenverschleiß, er wird stärker durchgewalkt. Dazu klettert die Reifentemperatur auf Temperaturen bis zu 120° C. Die Seitenkräfte der Pneus verringern sich um 40 bis 45 Prozent. Das kann dazu führen, dass der Fahrer schnell die Kontrolle verliert, was bei voller Beladung besonders schwere Folgen haben kann. Durch das erhöhte Gewicht steigt der Druck auf die Reifen. Kleine Einfahrschäden können so zu größeren Rissen führen. Aber auch das Reifenprofil spielt eine wichtige Rolle: Durch mangelnde Profiltiefe erhöht sich der Bremsweg bei Nässe. Hier schieben die Extra-Kilos das Fahrzeug zusätzlich nach vorne.

Tipp 1: Fülldruck beachten

In der Regel finden Sie die Fülldruckangaben des Fahrzeugherstellers auf dem Schild im Türholm der Fahrertür oder im Tankdeckel. Wer sich daran orientiert, macht beim Thema Luftdruck nichts falsch. Bei der Nutzung von Wohnwagen und Anhängern gilt: Erhöhen Sie den Fülldruck ihrer hinteren Reifen im kalten Zustand um 0,4 bar gegenüber dem sonst üblichen Wert. Beim Anhänger selbst sind die Herstellerempfehlungen zu beachten. Sollten diese nicht vorliegen, stellen Sie im kalten Zustand einen Druck von 3,0 bar ein.

Tipp 2: Reifen auf Schäden prüfen

Ein Gang ums Auto ist mit Blick auf die Verkehrssicherheit immer ratsam. Dabei sollte den Reifen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Einfahrschäden wie eingefahrene Nägel, Risse oder Beulen lassen sich durch die Sichtüberprüfung oft schnell entdecken. Auch die Profiltiefe und das Reifenalter können bei dem Rundgang geprüft werden.

Tipp 3: Im Zweifel Fachhändler aufsuchen

Sollten Sie sich bezüglich des Reifendrucks nicht sicher sein oder sich nicht zutrauen einen Reifenschaden zu deuten, dann suchen Sie unbedingt einen Fachhändler auf.
Viele Reifenfachhändler und Kfz-Meisterwerkstätten bieten Urlaubschecks an. Fachbetriebe rund um Rad und Reifen finden interessierte Nutzer auch in der Betriebedatenbank unter www.reifenqualitaet.de.