Sicher unterwegs bei Eis und Schnee – das geht nur mit Winterreifen

Die Profiltiefe der Reifen entscheidet maßgeblich, ob ein Fahrzeug rechtzeitig zum Stehen kommt und Unfälle mit zum Teil schweren Folgen verhindert werden.

Die Bäume tragen zwar noch Blätter, doch vielerorts gibt es bereits nächtlichen Frost und morgens müssen Autoscheiben freigekratzt werden: Der Winter ist da. Für die kommende Woche sind Minusgrade in den Nacht- und frühen Morgenstunden für ganz Deutschland angekündigt. Höchste Zeit für Autofahrer/innen, sich auf die kalte Jahreszeit einzustellen. Der erste und wichtigste Schritt dazu ist die Montage von Winterreifen, um auch bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Schnee, Eis oder Glätte sicher ans Ziel zu kommen.

Jedes Jahr passieren zahlreiche Unfälle, sobald der erste Schnee fällt und die Straßen in spiegelglatte Fahrbahnen verwandelt. Die Folgen: Blech- und leider auch Personenschäden, zahlreiche Staus und Chaos. Viele dieser Zusammenstöße könnten verhindert werden, wenn Autofahrer/innen ihre Fahrzeuge bereits vor der ersten Glätte mit Winterreifen ausrüsten würden. Die Straßenverkehrsordnung sieht für den Wechsel keinen speziellen Zeitpunkt vor. Bei schlechten Straßenverhältnissen wie Schnee, Eis und Reifglätte sind Winterreifen jedoch zwingend vorgeschrieben. „Wer mit nicht angepasster Bereifung unterwegs ist, riskiert Menschenleben. Das wird mit einem Punkt in Flensburg geahndet, auch wenn kein Unfall passiert ist“, erläutert Gert Schleichert vom Automobil Club Europa (ACE).

Mit Winterreifen fällt der Bremsweg bei kalten Temperaturen und winterlichen Straßenverhältnissen deutlich kürzer aus und entscheidet im Zweifelsfall darüber, ob Fahrer und Beifahrer mit einem Schrecken davon kommen oder Menschen verletzt werden.

„Bei abnehmenden Temperaturen im Herbst ist es auch oberhalb des Gefrierpunktes deutlich sicherer, mit Winterreifen zu fahren. Deshalb empfehlen wir als Umrüstungszeitraum den Monat Oktober. Sommerreifen werden aufgrund ihrer Zusammensetzung in der Kälte hart und können dann nicht mehr optimal auf der Straße haften. Winterpneus hingegen sind aus einer anderen Gummimischung gefertigt und enthalten zusätzliche Rillen und Lamellen für Grip auf Schnee und Matsch. Damit sorgen Winterreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen für eine deutlich bessere Bodenhaftung und erhöhen entscheidend die Sicherheit“, erklärt Christian Koch, Reifensachverständiger der DEKRA.

Deutlich wird das Sicherheitsrisiko, das aus dem Fahren mit Sommerreifen resultiert, an den Bremswegen auf schneebedeckter Fahrbahn: Während ein winterbereiftes Fahrzeug aus 50 Kilometern pro Stunde bereits nach 31 Metern zum Stehen kommt, benötigt ein Auto mit Sommerreifen den doppelten Bremsweg. Gerade im Stadtverkehr, beispielsweise an einer Ampel oder an einem Zebrastreifen, kann die Bereifung darüber entscheiden, ob Menschen verletzt werden oder nicht.

Neben der Reifenart ist die Profiltiefe der Pneus ausschlaggebend, ob Autos rechtzeitig zum Halten kommen und damit Blech- und Personenschäden verhindert werden. Bei schneebedeckter Fahrbahn braucht ein Fahrzeug mit acht Millimetern Profiltiefe lediglich 26 Meter, um von 50 Kilometern pro Stunde auf Null abzubremsen. Mit 1,6 Millimetern Profil beträgt der Bremsweg hingegen 38 Meter – die Profiltiefe der Reifen ist damit ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Hinzu kommen weitere Eigenschaften wie die Laufflächenmischung und der Luftdruck.

Ausführliche Informationen sind im Internet unter www.reifenqualitaet.de erhältlich. Hier finden Autofahrer und Autofahrerinnen außerdem Tipps für den regelmäßigen Reifencheck und die Adressen von Reifenexperten in ihrer Nähe.