Das richtige „Schuhwerk“ fürs Auto

Der Winter neigt sich dem Ende zu und Autofahrerinnen und Autofahrer sollten bereits jetzt den nächsten Reifenwechsel planen. Welf Stankowitz, Referatsleiter Fahrzeugtechnik im Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR), erklärt, wie man für den Start ins Frühjahr gut gerüstet ist:

Warum soll ich im Frühjahr auf Sommerreifen wechseln? Kann ich die Winterreifen nicht einfach abfahren oder Ganzjahresreifen montieren?

Für Winter- und Sommerreifen empfehlen Verkehrssicherheitsexperten unterschiedliche Profiltiefen: mindestens 4 mm bei Winterreifen und mindestens 3 mm bei Sommerreifen.

Welf Stankowitz: Auch wenn Reifen „schwarz und rund“ sind und sich scheinbar alle gleichen: Sie sind in der Qualität sehr unterschiedliche High-Tech-Produkte. Nach wie vor sind die Spezialisten für die jeweilige Jahreszeit am sichersten. Sommerreifen sorgen mit ihrer härteren Gummimischung und dem auf Sommerwetter abgestimmten Profil für optimal kurze Bremswege. Winterreifen dagegen reiben sich auf warmer Fahrbahn ab wie ein weicher Radiergummi. Aufgrund anderer Mischungen und Profile sind sie in Kurven schwammiger und kommen deutlich später zum Stehen als Sommerreifen:

Aus 100 km/h kann das rund 18 Meter Unterschied im Bremsweg ausmachen. Bei einem Stauende kann das bedeuten, dass Sie mit Sommerreifen gerade noch rechtzeitig zum Stehen kommen, mit Winterreifen aber mit einer Restgeschwindigkeit von immerhin 57 km/h auf Ihren Vordermann auffahren.

Ganzjahresreifen sind nur ein Kompromiss und können weder die Leistungen von Sommerreifen im Sommer, noch von Winterreifen im Winter erreichen. Die optimale Bereifung schützt Sie und andere Verkehrsteilnehmer.

Warum soll ich meine Reifen nicht bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern herunterfahren?

Welf Stankowitz: Die Gesetzgebung sieht tatsächlich eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern sowohl bei Sommer- als auch bei Winterreifen vor. Aus Sicherheitsaspekten empfehlen Experten mehr:

Sommerreifen sollten immer mindestens 3 Millimeter Profil haben, um Auto und Fahrer vor Aquaplaningsituationen zu bewahren: Nur wenn ausreichend Profil vorhanden ist, kann genug Wasser abgeleitet werden und das Fahrzeug schwimmt nicht auf. Aber auch auf normal nasser Straße hat man mit gutem Profil einen besseren Gripp.

Winterreifen sollten immer mindestens 4 Millimeter Profiltiefe haben, denn nur so haften sie gut auf glattem und matschigem Boden. Hintergrund ist, dass die für die Verzahnung mit dem Boden wichtigen Lamellen, feine Einschnitte in das Profil, bei einer Profiltiefe von weniger als 4 Millimetern nicht mehr greifen.

Die Initiative Reifenqualität – „Ich fahr auf Nummer sicher!“ wiederholt in diesem Frühjahr die erfolgreiche Aktion „Reifenmonat März“: Autofahrerinnen und Autofahrer im gesamten Bundesgebiet werden über verschiedenste Kanäle über den Sicherheitsfaktor Reifen aufklärt. Neben der Verteilung von Kurzinformationen im Rahmen der Hauptuntersuchungen bei verschiedenen Prüforganisationen informieren auch Kfz-Werkstätten ihre Kundinnen und Kunden. Darüber hinaus erscheint Mitte März eine Ausgabe der AutoBild mit einem Reifen-Special.