Reifendruckkontrollsysteme ab November 2014 Pflicht für Neuwagen

Wenn der Reifenluftdruck optimal eingestellt ist, weist der Reifen die besten Eigenschaften auf: einen minimalen Bremsweg, optimale Kurvenstabilität, Fahrkomfort und eine maximale Laufleistung.

28 Prozent der Pkw auf deutschen Straßen sind mit falsch eingestelltem Luftdruck unterwegs – das belegen Zahlen der jüngsten „Wash & Check“-Aktion der Initiative Reifenqualität – „Ich fahr auf Nummer sicher!“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner.

Dabei ist der Luftdruck ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Ist dieser richtig eingestellt, sorgt das für einen möglichst kurzen Bremsweg, gute Kurvenstabilität und zusätzlich auch für bestmöglichen Fahrkomfort sowie eine lange Laufleistung der Reifen. Damit Autofahrer und Autofahrerinnen sicherer unterwegs sind, schreibt die EU ab dem 1. November 2014 elektronische Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) für jedes neu zugelassene Fahrzeug der Klassen M1 oder M1G – das sind Pkw, Geländewagen und Wohnmobile – vor. Bei älteren Fahrzeugen muss es nicht nachgerüstet werden.

Was sind RDKS?

Reifendrucksensoren überwachen dauerhaft den Luftdruck und sorgen so für eine sichere Fahrt Bildnachweis: Huf Group)

RDKS überwachen während der Fahrt stetig den Reifendruck. Fällt der Luftdruck ab, wird der Fahrende über eine Leuchte im Armaturenbrett gewarnt. Es gibt zwei Arten von RDKS: direkte Reifendruckkontrollsysteme messen den Druck im Reifen. Über Funksensoren wird dieser an ein Steuergerät übermittelt und dem Fahrenden bei Bedarf angezeigt. Indirekte RDKS berechnen den Reifendruck über die ABS-Raddrehzahlsensoren.

Was bedeutet die Einführung der RDKS-Pflicht für Autofahrer und Autofahrerinnen?

Zunächst sorgt die RDKS-Pflicht für mehr Sicherheit: Sobald der Luftdruck abfällt, wird man als Autofahrender gewarnt und kann den Luftdruck korrigieren bzw. den Reifen bei starkem Druckabfall von einem Fachbetrieb auf Schäden untersuchen lassen. Ist der Luftdruck optimal eingestellt, ist man nicht nur sicherer unterwegs, sondern spart auch noch Sprit. Wenn Sie einen Reifenwechsel planen, geben Sie möglichst vorher der Werkstatt Bescheid, ob Sie ein direkt oder indirekt messendes System besitzen. Bei direkten Systemen ist es gegebenenfalls sinnvoll, neue direkt messende Sensoren einbauen zu lassen. Aus Sicherheitsgründen müssen die Sensoren bei jedem Wechsel neu angepasst werden. Dies bedeutet einen höheren Aufwand für den Fachbetrieb.

Kann man das RDKS ausschalten?

Es ist nicht zulässig, das Reifendruckkontrollsystem zu deaktivieren – darüber hinaus gilt ein nicht funktionierendes oder fehlendes RDKS als Mangel bei der Hauptuntersuchung, der unverzüglich beseitigt werden muss.

Was empfehlen Verkehrssicherheitsexperten/innen?

Mit Winterreifen fällt der Bremsweg bei kalten Temperaturen und winterlichen Straßenverhältnissen deutlich kürzer aus und entscheidet im Zweifelsfall darüber, ob Fahrer und Beifahrer mit einem Schrecken davon kommen oder Menschen verletzt werden.

„Reifen müssen enormen Belastungen standhalten. Die Aufstandsfläche aller vier Reifen ist kaum größer als die eines Mannes mit Schuhgröße 44. Allerdings müssen die Reifen ein Gewicht von etwa 1,5 Tonnen schnell zum Stehen bringen“, erklärt Welf Stankowitz, Referatsleiter Fahrzeugtechnik beim DVR. „Daher empfehlen wir jedem Autofahrer, im Winter Winterreifen und im Sommer Sommerreifen zu fahren. Die richtige Bereifung kann beispielsweise am Stauende in der Kurve im Zweifelsfall darüber entscheiden, ob die Fahrer mit einem Schreck davon kommen oder, ob Menschen verletzt werden“, so Stankowitz weiter.