Optimale Reifen für E-Autos

Bonn, 27.05.2020 (DVR) – Die Elektromobilität ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Für Fahrende von elektrisch betriebenen Fahrzeugen kommen deshalb einige Neuerungen hinzu. Das fängt schon bei den Reifen an. Denn auch wenn theoretisch „normale“ Reifen genutzt werden könnten, ist das nicht zu empfehlen. Die Initiative Reifenqualität „Ich fahr auf Nummer sicher“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates und seiner Partner informiert, warum das so ist.

 

DVR Beitragsbild Conto Reifen

So können Reifen für Elektrofahrzeuge aussehen – z.B. der Continental EcoContact 6 aus dem Sortiment des Reifenherstellers Continental.

Welche Reifen kann ich für mein Elektrofahrzeug nutzen?

Grundsätzlich kann sich bei Elektrofahrzeugen für „normale“ Reifen entschieden werden. Der Nachteil: Die Laufleistung von „normalen“ Reifen ist bei Elektrofahrzeugen um bis zu 30 Prozent niedriger als bei Pkw mit Benzinmotor. „Die Batterie von Elektrofahrzeugen ist sehr schwer. Dieses Gewicht führt zu einem schnelleren Verschleiß der Reifen“, erklärt Prof. Dr. Burkhard Wies von Continental. Reifen müssen vor allem in der Querbeschleunigung Hochleistungen erbringen. „Durch die erhöhten Drehmomente ab Start sowie die höheren Fülldrücke verschleißen Reifen, die nicht explizit auf die Anforderungen von Elektrofahrzeugen abgestimmt sind, daher schneller – ähnlich der Reifen an Pkw mit sehr kräftigen Dieselmotoren“, sagt Wies.

Alle großen Reifenherstellfirmen haben bereits spezielle Reifen für Elektrofahrzeuge im Sortiment. „Schmal, hoch und hart – das wäre ideal für Elektrofahrzeuge“, erklärt Stephan Rau, Technischer Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie e.V. Ein solcher Reifen wäre besonders aerodynamisch und würde den Rollwiderstand minimieren. Doppelt gut, denn so hält der Reifen länger und durch den reduzierten Rollwiderstand wird weniger Strom verbraucht und damit auch die Reichweite erhöht. Aber alles Gute hat immer eine Kehrseite: Auch bei diesen Reifen existiert ein Zielkonflikt zwischen minimalem Rollwiderstand und minimalem Bremsweg. Für die herstellenden Betriebe bedeutet das, dass sie die Reifen für Elektrofahrzeuge anders entwickeln müssen als für Verbrenner-Fahrzeuge.

Reifenwechsel bei Elektrofahrzeugen
Auch beim Reifenwechsel müssen sich Autofahrende umstellen. Reifenwechsel an Elektrofahrzeugen dürfen ausschließlich von dafür qualifizierten Fachwerkstätten durchgeführt werden. Sobald an einem Fahrzeug mit elektrischem Antrieb gearbeitet wird, muss der Betrieb eine entsprechende Weiterbildung der Fachleute vorweisen. Den so genannten Hochvoltschein haben zunehmend mehr Werkstätten. Trotzdem empfiehlt sich ein Anruf vorab, damit der Weg nicht umsonst ist. Durch die Vorschriften für die Arbeit an Elektrofahrzeugen – auch wenn es nur um einen Reifenwechsel geht – dürfen Autofahrende die Reifen nicht mehr selbst wechseln. „Damit bleibt die Empfehlung, Reifenwechsel nur von Fachpersonen durchführen lassen, für alle gültig“, erklärt Sandra Demuth vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat. „Denn egal über welchen Antrieb das Fahrzeug auch verfügt: Die Reifen sind die einzige Verbindung zur Straße und damit höchst sicherheitsrelevant.“

 

Über Reifenqualität – „Ich fahr‘ auf Nummer sicher!“

Im Mittelpunkt der Initiative Reifenqualität des DVR und seiner Partner stehen die Qualität der Reifen und die fachliche Beratung im Handel. Die Produktqualität hat Auswirkungen auf Bremsweg und Nasshaftung. Aber auch der Zustand der Reifen, dazu gehören Sicherheitsprofiltiefe und Reifendruck, ist sicherheitsrelevant. Die regelmäßige Wartung der Reifen ist für die Fahrzeugsicherheit unerlässlich. Weitere Informationen rund um das Thema gibt es unter: www.reifenqualitaet.de

 

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