Gut gerüstet für den Winter

Warum Ihr Auto gute Winterreifen braucht

Ob es zum Einkaufen geht oder zur Arbeit: Millionen Menschen nutzen täglich ihr Auto, um ihren Zielort zu erreichen. Das gilt auch jetzt, wo Wetterdienste Minusgrade und Glätte in ganz Deutschland – in einigen Regionen sogar Schneefälle – angekündigt haben. Um sich im Straßenverkehr sicher fühlen zu können, ist es wichtig, dass alle ein paar Tipps beachten.

Nicht ohne meine Winterreifen…

Schon im Profil unterscheiden Sommer- und Winterreifen sich deutlich.

Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme bei winterlichen Straßenverhältnissen ist das rechtzeitige Umrüsten auf wintertaugliche Reifen. Wer jetzt noch auf Sommerreifen unterwegs ist, sollte schnellstmöglich die Räder wechseln lassen oder aber bei eisglatten Straßen und Schnee das Auto in der Garage stehen lassen. Dies verlangt auch die Straßenverkehrsordnung: Paragraf 2, Absatz 3a schreibt vor, dass „bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte … ein Kraftfahrzeug nur mit Reifen gefahren werden (darf)“, die mit einer M+S-Kennzeichnung als Winterreifen gekennzeichnet sind. Die Winterreifenpflicht in Deutschland gilt also nicht für einen bestimmten Zeitraum, sondern ist situationsabhängig. Wer bei winterlichen Verhältnissen dennoch mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von mindestens 60 Euro und einen Punkt in Flensburg. Doch nicht nur bei Schnee und Eis sind Winterreifen angebracht, schon bei kühleren Temperaturen bieten Winterreifen deutlich mehr Sicherheit als Sommerreifen.

Was macht Winterreifen wintertauglich?


Reifen sind nicht einfach schwarz und rund. Wenn man einmal genau hinschaut, sieht man deutliche Unterschiede im Profil: Während Winterreifen (links im Bild) mit feinen Profileinschnitten, Lamellen genannt, versehen sind, die dazu dienen, die bestmögliche Bodenhaftung auf verschneiten und matschigen Untergründen herzustellen, haben Sommerreifen ein wesentlich gröberes Profil, um Wasser gut ableiten zu können.

Die weiche Laufstreifenmischung von Winterreifen ist auch bei niedrigen Temperaturen noch flexibel, so dass Winterreifen griffig bleiben und sich optimal mit der Fahrbahnoberfläche verzahnen. Die Gummimischung von Sommerreifen dagegen verhärtet bei winterlichen Temperaturen und bietet nicht mehr den erforderlichen Grip.

Sind alle Winterreifen gleich?

Die Antwort ist ein klares Nein. Winterreifen ist nicht gleich Winterreifen. Im Oktober hat die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) verschiedenste Billigreifen – allesamt Winterreifen – mit einem Referenzreifen eines europäischen Markenherstellers verglichen. Die Ergebnisse der Tests waren erschreckend, die Bremswege mit dem Billigreifen deutlich länger als mit einem europäischen Mittelklasseprodukt. Das Fazit des Testteams: „Wenn es um die Sicherheit geht, spielen die Eigenschaften der Reifen eine entscheidende Rolle. Bei vermeintlich günstigen Pneus ist deshalb höchste Vorsicht geboten.“

Die Reifen allein sorgen noch nicht für Sicherheit

Die Grundbedingung für eine sichere Autofahrt im Winter ist umsichtiges Verhalten: Autofahrer/innen sollten die Geschwindigkeit den Straßenbedingungen anpassen und ihre Aufmerksamkeit vollkommen dem Straßenverkehr widmen. Nur mit einem größeren Abstand zu anderen Vorausfahrenden kann Unfällen bei Glätte und Schnee vorgebeugt werden, da der Bremsweg bei winterlichen Straßenverhältnissen deutlich länger ausfällt. Besonders vorsichtiges Lenken, Bremsen und Beschleunigen geben ein sicheres Fahrgefühl und erhöhen die Kontrolle über den eigenen Wagen.
Darüber hinaus sollte das eigene Fahrzeug spätestens jetzt winterfit gemacht werden. Funktioniert die Beleuchtung einwandfrei? Ist genügend Frostschutzmittel vorhanden? Hat die Batterie genügend Saft? – Das sind nur einige Punkte, die bei einem Wintercheck im Fachbetrieb neben den Reifen geprüft werden.

Winterreifen ist nicht gleich Winterreifen: Auch auf die Qualität der Reifen kommt es an. Mit einem Billigprodukt kann der Bremsweg mehrere Autolängen länger sein als mit einem hochwertigen Reifen.