Stiefkind Reifen – die Mängelquote bei der Fahrzeugbereifung ist hoch

Man sollte nie die Bodenhaftung verlieren. Das gilt besonders für das eigene Auto im Herbst und im Winter. Reifen sind die einzige Verbindung zur Straße. Der Kontakt, den sie zur Fahrbahn halten müssen, ist lebenswichtig. Vor allem auf nasser, vereister oder verschneiter Fahrbahn sind ihre Leistungen gefragt. Um Autofahrerinnen und Autofahrern dies bewusst zu machen, klärt die Initiative Reifenqualität – „Ich fahr auf Nummer sicher!“ rund um Reifen, Qualität und Wartung auf. Denn erschreckend viele Autofahrerinnen und Autofahrer sind mit alten, beschädigten oder falschen Reifen unterwegs.

Mängel beheben, Sicherheit erhöhen

Beschädigter Autoreifen

Der Mängelreport der Kraftfahrzeugs-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS) hielt im vergangenen Jahr bei rund 2,6 Millionen durchgeführten Hauptuntersuchungen insgesamt 38.000 Mängel an der Fahrzeugbereifung fest. Die häufigsten drei Beanstandungen: fehlende Profiltiefe, poröse Reifen und unzulässige Rad- und Reifenkombination. Autofahrerinnen und Autofahrer nehmen unnötige Risiken in Kauf. Um Mängel frühzeitig zu erkennen, rät der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), die Bereifung sowohl vor der Sommer- als auch vor der Wintersaison vom Fachbetrieb überprüfen zu lassen. Denn die Reifenexperten erkennen auch kleinste Schäden sofort.

Die regelmäßige Reifenkontrolle ist das A und O in punkto Sicherheit

Beim Kauf von Reifen sollte man vor allem auf Qualitätskriterien wie Bremsweg, Nasshaftung oder Fahrstabilität achten. Im Betrieb ist der Zustand der Reifen für die Sicherheit ausschlaggebend. Deswegen sind regelmäßige Kontrollen – besonders im Hinblick auf Reifendruck und Profiltiefe – unerlässlich. Auch wenn der Gesetzgeber nur eine Profiltiefe von 1,6 Millimetern vorschreibt, empfiehlt der DVR für Sommerreifen mindestens 3 und für Winterreifen mindestens 4 Millimeter.

Was ist das Besondere an Winterreifen?

Die Lauffläche bei Winterreifen besteht aus einer weicheren Gummimischung als bei Sommerreifen, damit sie bei Frost und Minustemperaturen mit möglichst viel Fläche den Kontakt zur Fahrbahn halten. Auch das Profil ist anders: Auf der gesamten Lauffläche finden sich Lamellen – feine, meist zick-zack- oder wellenförmige Einschnitte in den Profilblöcken. Diese sorgen für eine gute Verzahnung besonders auf frostigen oder verschneiten Fahrbahnen.

Frühzeitig wechseln und sicher in die kalte Jahreszeit starten

Seit Dezember 2010 gilt in Deutschland die situative Winterreifenpflicht, die bei winterlichen Straßen-verhältnissen Reifen mit M+S-Kennzeichnung (Matsch und Schnee) vorschreibt. Der richtige Zeitpunkt für den Wechsel ist wetterabhängig. Die Faustregel besagt: von Oktober bis Ostern ist Winterreifenzeit. Dementsprechend ausgebucht sind Kfz-Werkstätten im Oktober. Daher sollten Autofahrerinnen und Autofahrer schon jetzt einen Termin mit der Werkstatt vereinbaren.