Bundesweite Verkehrssicherheitsaktion Wash & Check: 46% der Autos haben Reifenmängel

An bundesweit 20 Standorten prüften in den vergangenen Wochen Expertenteams für die Verkehrssicherheitsaktion „Wash&Check“ der Initiative Reifenqualität – „Ich fahr‘ auf Nummer sicher!“ des  Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner die Sicherheit von Autoreifen. Das Ergebnis: Bei knapp der Hälfte der Fahrzeuge bestand ein großes Sicherheitsrisiko.

 

Knapp die Hälfte der Fahrzeuge wies mindestens einen Reifen mit Sicherheitsrisiko auf
Die Expertenteams prüften verschiedene Sicherheitsfaktoren der Reifen von 1.284 Autos. Konkret ging es um die Profiltiefe, den Reifendruck, das Alter der Reifen, fehlende Ventilkappen, die Montage in falscher Laufrichtung und die Sichtprüfung auf Beulen, Einfahrschäden und Risse. Bei 46 % der geprüften Fahrzeuge stellte sich heraus, dass mindestens ein Reifen ein Sicherheitsrisiko darstellte. Im Optimalfall ließ sich dieses durch die Korrektur des Reifendrucks vor Ort direkt korrigieren, in den anderen Fällen empfahl das Expertenteam den Autofahrern, die Mängel kurzfristig in der Fachwerkstatt beheben zu lassen.

 

Abweichender Reifendruck bleibt häufigster Mangel
Wie in den Jahren zuvor war der häufigste Mangel ein falscher Reifendruck: Bei rund 14 % der getesteten Reifen entsprach er nicht der Herstellervorgabe. Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Anteil des nicht korrekten Reifendrucks jedoch rückläufig.  Ein Grund dafür ist, dass   immer mehr Fahrzeuge mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet sind. Zwar garantiert ein RDKS noch keinen optimalen Reifendruck, aber Fahrzeuge, die mit RDKS ausgestattet sind, weisen seltener einen abweichenden Reifendruck auf.

„Die Reifen sind das einzige, was das Fahrzeug mit der Straße verbindet. Deswegen gilt grundsätzlich: Reifendruckkontrollsysteme sind hilfreich, man sollte sich aber nicht ausschließlich auf sie verlassen. Bei jedem zweiten Tankstopp sollten Autofahrer sich daher fünf Minuten Zeit für ihre Sicherheit nehmen und Reifendruck, Profiltiefe und den allgemeinen Zustand der Reifen prüfen“, empfiehlt Hans-Georg Marmit, Fachbereichsleiter Presse und PR der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS).

 

Positive Entwicklung der Profiltiefe im Laufe der Zeit

Die erfassten Daten zur Profiltiefe zeigen in den letzten 15 Jahren eine Verbesserung: 2004 waren bei 12 % der geprüften Fahrzeuge die Reifen nahe der Verschleißgrenze von 1,6 mm und bei 7 % sogar darunter.
2019 wurde bei nur noch 8,7 % der Fahrzeuge eine Profiltiefe nahe der Verschleißgrenze registriert. Dazu zählen Sommerreifen mit weniger als 3 mm und Winterreifen mit weniger als 4 mm Profil. Eine Profiltiefe unter der gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 mm wiesen nur 0,9 % der Reifen auf. Bei Fahrzeugen, die älter als acht Jahre sind, war der Anteil an Reifen mit mangelhafter Profiltiefe am größten.

„Vor allem die Halter von älteren Fahrzeugen sollten ihre Reifen regelmäßig im Blick behalten und nicht bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe abfahren. Besonders jetzt im Winter gilt: Wenn der Winterreifen weniger als 4 mm Profil aufweist, wechseln Sie lieber. Ihrer Sicherheit zuliebe“, so Christian Wolf vom Auto u. Reiseclub Deutschland e.V. (ARCD).

 

15 Jahre Reifensicherheit

Seit 15 Jahren setzt sich der DVR e.V. gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Partner explizit für Reifenqualität ein und veranstaltet jährlich die Wash and Check Aktion. In diesem Jahr informierten über 300 Waschstraßen mit Flyern, Postern und Streuartikeln über Reifensicherheit und Produktqualität. An 20 Standorten wurden bundesweit kostenlose Reifenchecks durch Expertenteams angeboten. Pro Expertenstandort war ein Reifenexperte aus dem lokalen Fachhandel oder einer Meisterwerkstatt vor Ort, der bei speziellen Fragen und Besonderheiten beraten konnte.

Die Aktion „Wash & Check“ ist jedes Jahr gewachsen und die Zahl der erreichten Autofahrer gestiegen. Seit Beginn der Aktion wurden rund 4 Millionen Autofahrer an über 5.000 Standorten informiert und mehr als 55.000 Reifen überprüft. Die Ergebnisse der Reifenchecks geben einen guten Überblick über den Zustand der Reifenqualität auf deutschen Straßen und zeigen: Ein kontinuierlicher Informations- und Aufklärungsaufwand bleibt nötig, um den Zustand der Reifen auf deutschen Straßen zu verbessern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

„Wir unterstützen die Wash and Check Aktion seit der ersten Stunde und freuen uns, auf diesem Wege Autofahrer über Reifenqualität zu informieren und zu mehr Verkehrssicherheit in Deutschland beizutragen“, erklärt Sandra Bretthauer, Leiterin Events, PR und Tuning des Pkw-Ersatzgeschäftes der Continental Reifen Deutschland GmbH.

Folgende Downloads stehen zur Verfügung

Die Pressemeldung als PDF-Dokument

Die Pressemeldung als Word-Dokument

Weiteres Material

Bild: Die Reifencheck-Aktion 2009

Bild: Die Reifencheck-Aktion 2019

Bild: Die Reifencheck Standorte 2009

Bild: Die Reifencheck Standorte 2019

Bild: Das Wash & Check Logo 2004

Bild: Das Wash & Check Logo 2019