Wohnwagenreifen winterfest machen

Tipps, wie Sie Standschäden vermeiden

 

Wenn die kalte Jahreszeit kommt, ist für die meisten Wohnwagenbesitzer die Reisesaison vorbei. Der Wohnwagen wird abgestellt und für längere Zeit nicht bewegt. Damit die Reifen Ihres Wohnwagens durch die Standzeit keinen Schaden nehmen, gibt es einiges zu beachten.

Wohnmobile und Wohnwagen boomen. Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein „Zuhause auf vier Rädern“ und genießen die Freiheit und Unabhängigkeit, die diese Reiseform bietet. 2021 gab es 674.700 zugelassene Wohnmobile in Deutschland – im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 14,5 Prozent. Auch der Bestand an Wohnwagen nahm mit 722.516 registrierten Fahrzeugen um 3,4 Prozent zu. Gerade für preisbewusste Camping-Fans ist der Wohnwagen die günstigere Alternative. Bei Wohnwagen und Wohnmobilen gilt gleichermaßen: Nach der Saison ist vor der Saison. Eine vorausschauende Planung der Überwinterung Ihres mobilen Zuhauses erleichtert den Start der nächsten Reise

1. Reifenzustand kontrollieren

Genauso wie beim Pkw sollte auch beim Wohnwagen immer ein besonderes Augenmerk auf die Reifen gelegt werden. Denn die Reifen sind die einzige Verbindung zur Straße und deshalb ein wichtiger Faktor für die Verkehrssicherheit. Da der Wohnwagen gerade im Winter oft eine lange Zeit nur steht, kann das Profil der Reifen noch sehr gut sein. Dennoch müssen die Reifen aus Altersgründen ersetzt werden. Denn Reifen, die belastet aber nicht bewegt werden, altern besonders schnell. Sind die Reifen älter als sechs Jahre, verändern sich die technischen Eigenschaften: Das Gummi verliert an Elastizität und bietet weniger Sicherheit auf der Straße. Der Fahrkomfort nimmt ab und die Bremswege werden länger.

2. Reifenalter im Auge behalten

Eine einheitliche gesetzliche Altersobergrenze für Reifen von Standfahrzeugen gibt es nicht. Doch Reifen von Wohnwagen, Wohnmobilen und Anhängern sollten möglichst nach sechs Jahren ersetzt werden. Das Naturprodukt Kautschuk in den Reifen wird spröde und neigt zu Rissen. Die Folge: Die Bodenhaftung wird schlechter und die Reifen haben längere Bremswege.
Sind die Reifen älter als sechs Jahre, dürfen Gespanne mit 100 km/h-Zulassung auf Kraftfahrstraßen und Autobahnen auch nicht schneller als 80 km/h fahren.
Nach spätestens acht Jahren ist trotz langsamen Fahrens der Reifenwechsel zu empfehlen.

3. Reifen entlasten

Je weniger das Fahrzeug bewegt wird, desto mehr steigt das Risiko von Standplatten. Eine einseitige Belastung kann zu Schäden innerhalb der Reifenschichten führen und Standplatten verursachen. Steht der Wohnwagen über einen längeren Zeitraum, sollten deshalb die Reifen entlastet werden. Um den Reifen zu entlasten, können die Stützen ausgefahren oder die Achse hochgebockt werden. So verteilt sich das Gewicht gleichmäßig auf die Reifen. Auch Unterbaublöcke ermöglichen eine gleichmäßigere Bodendruckverteilung. Ist ein Aufbocken des Wohnwagens nicht möglich, kann der Luftdruck vor der Standzeit um 0,2 bis 0,5 bar erhöht werden. Etwa alle vier Wochen ist zudem ein Verschieben des Wohnwagens sinnvoll, sodass sich die Position der Reifen verändert.

4. Reifen schützen

Verkehrssicherheitsexperten empfehlen, Reifen während der Standzeit vor direkter Sonneneinstrahlung und Ozonstrahlung zu schützen. Ozon geht beispielsweise oft von elektrischen Geräten aus. Darüber hinaus sollten Reifen nicht mit Kohlenwasserstoffen in Berührung kommen. Diese sind oft in Öl, Benzin, Diesel und Gas enthalten. Wer keine eigene Garage zur Verfügung hat, kann einen Winterabstellplatz mieten.

5. Regelmäßiger Reifencheck in der Werkstatt

Auch bei Reifen von Wohnwagen und Reisemobilen gilt: Ein regelmäßiger Reifencheck und der fachkundige Reifenwechsel in der Fachwerkstatt tragen besonders zum sicheren Fahren bei. Nur die Reifenexperten in der Werkstatt können den Reifenzustand nach langen Reisen oder Standzeiten genau beurteilen und Mängel frühzeitig beheben.

 

Quellen

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/152231/umfrage/anzahl-der-wohnmobile-in-deutschland/

https://www.civd.de/artikel/bestand/