Was passiert eigentlich mit Ihren Altreifen?

Auf der Rechnung sind dann häufig neben den neuen Reifen auch die Entsorgungskosten für die Altreifen aufgeführt. Aber was passiert eigentlich dann damit?
In der Regel übergibt der Reifenfachhandel die Altreifen einem Altreifenentsorger. Dies sind spezialisierte Unternehmen, die meist in ganz Deutschland Altreifen einsammeln. Wie es dann weitergeht, gibt ein Gesetz sehr klar vor: Das so genannte Kreislaufwirtschaftsgesetz in Deutschland macht Vorgaben, wie mit Produkten, die aus natürlichen Ressourcen gefertigt wurden, umgegangen werden muss.

Altreifen

Altreifen – ein wertvoller Werkstoff!

1. Vermeidung
Zunächst schreibt das Gesetz den Herstellern und auch den Nutzern vor, dass Abfall vermieden werden muss. So arbeiten die Reifenhersteller intensiv daran, die Laufleistung ihrer Reifen zu erhöhen. Gerade bei Pkw-Reifen gibt es aber einen Zielkonflikt zwischen Lebensdauer und Sicherheit. Denn würde man in der Reifenproduktion ausschließlich auf Langlebigkeit optimieren, würden die Sicherheitsaspekte, wie beispielsweise kurze Bremswege darunter signifikant leiden. Da es um die Sicherheit im Straßenverkehr geht, haben die Möglichkeiten der Vermeidung daher ihre Grenzen.
2. Wiederverwendung
Sofern möglich, sollten die Produkte wiederverwendet werden. Das kann beispielsweise in Form der Runderneuerung geschehen, die in Deutschland für Pkw-Reifen aber kaum eine Rolle spielt. Verfügen die Reifen noch über ausreichend Profil, werden sie teilweise auch in anderen Ländern weiter eingesetzt, wenn dort die Anforderungen geringer sind. Viele Reifen gehen nach Afrika.
3. Stoffliche Verwertung
Fällt die Option der Wiederverwendung weg, kommt die stoffliche Verwertung in Frage. Bei ihr werden Altreifen wieder zu einem Rohstoff verarbeitet. Konkret bedeutet das, dass die Altreifen zunächst zu Reifenschnitzeln in einem Shredder verarbeitet werden. Dann wird das Metall (aus der Karkasse) entfernt und die Gummi-Bestandteile werden weiter zu Gummigranulat und dann zu Gummimehl verarbeitet. Das Gummimehl kann dann als Sekundärrohstoff in der Produktion unterschiedlicher Gummi-Produkte eingesetzt werden. So wird aus alten Reifen ein neuer Fußboden, Fallschutz, eine Dämmung, Anti-Rutschmatten, aber auch Vasen, Stallmatten oder Dichtmasse.
4. Thermische Verwertung
Die letzte Möglichkeit der Verwertung von Altreifen in Deutschland ist die thermische Verwertung. Dabei werden Altreifen als Ersatzbrennstoff beispielsweise in Zementwerken genutzt.
5. Als letzte Option sieht das Kreislaufwirtschaftsgesetz die Deponierung der Abfälle vor – diese ist für Altreifen in Deutschland verboten

Mehr Informationen zur Altreifenverwertung finden Sie bei den Zertifizierten Altreifenentsorgern, einer Organisation des BRV. https://zertifizierte-altreifenentsorger.de/