So klappt es mit den Schneeketten

Wer in den Bergen wohnt, weiß: Im Winter sollten Schneeketten zur Grundausstattung im Auto gehören. Vor allem bei verschneiten Steigungen kommt man ohne die zusätzlichen Traktionshilfen nicht weiter. Je nach Streckenabschnitt sind die Ketten sogar Pflicht. Wir verraten Ihnen, was bei Schneeketten zu beachten ist und geben hilfreiche Tipps.

In Bürokratendeutsch zeigt Zeichen 268, dass Schneeketten Pflicht sind. Dabei handelt es sich um ein blaues, rundes Schild mit einem weißen Reifen, der mit Schneeketten ausgestattet ist. Ab hier gilt: Ohne Ketten geht es nicht weiter. Meist wird die Passage frühzeitig angekündigt, sodass es genügend Möglichkeiten gibt, auf einem Parkplatz oder vorsichtig am Straßenrand die Ketten aufzuziehen. Die Pflicht gilt übrigens auch für Allradfahrzeuge.

Schneeketten ersetzen die Winterreifen nicht. Sie sind nur zusätzlich zu den montierten Winterreifen zu nutzen. Da in der Regel Schneeketten nur auf der angetriebenen Achse angebracht werden, können Sommerreifen sogar richtig gefährlich werden. Denn die angetriebene Achse hat mit Ketten volle Traktion, während die andere Achse mit Sommerreifen viel zu wenig Halt bietet.

Frühzeitig die Schneeketten einpacken

Sinnvoll ist, frühzeitig die passenden Ketten zu kaufen und bei der Fahrt in die Berge auch mitzuführen. Grundsätzlich sind drei unterschiedliche Varianten im Handel. Am günstigsten sind so genannte Seilketten. Hierbei handelt es sich um die klassischen Schneeketten, die allerdings bei der Montage etwas Geschick erfordern. Einfacher zu handhaben sind Schnellmontagesysteme. Bei diesen Ketten wird ein Adapter am Reifen montiert, der auch bei der Fahrt ohne die eigentlichen Ketten dranbleibt. Der Adapter kann also frühzeitig angebracht werden. Zu guter Letzt gibt es noch Anfahrhilfen. Eigentlich handelt es sich hier um Platten mit Spikes, die mit Spanngurten am Reifen befestigt werden. Diese Anfahrhilfen reichen bei einer Schneekettenpflicht nicht aus, helfen aber bei verschneiten Straßen durchaus weiter.

Übung macht den Meister

Bevor es auf der schneebedeckten Fahrbahn ernst wird, sollte die Montage der Ketten mit etwas Zeit und Ruhe geübt werden. Jedes System hat seine Eigenheiten und will vorher einmal ausprobiert werden. Dann sitzt auch bei Eiseskälte jeder Handgriff und die Ketten sind bedeutend schneller aufgezogen, als wenn man im Ernstfall erstmalig loslegen muss. Und wer möchte schon mit nasskalten Fingern im Schnee wühlen und gleichzeitig mit einer ihm unbekannten Schneekette kämpfen? Auch die Fahrt mit den Ketten kann geübt werden. Das Fahrverhalten des Autos ändert sich und eine Eingewöhnung auf einer festen Schneedecke in der Ebene hilft später am Berg.

Wer mit Ketten unterwegs ist, darf grundsätzlich nicht schneller als 50 Stundenkilometer fahren. Sobald die Fahrt durch das Verkehrsschild vorgeschrieben ist, gilt sie auch. Dabei ist unerheblich, ob die Straße frei von Schnee oder Eis ist. Allerdings darf das Schild auch nur aufgestellt werden, wenn die Ketten nötig sind. Im Sommer wird es also nicht zu finden sein.