Neues Reifenlabel: Was ändert sich?

Wer schon einmal neue Reifen gekauft hat, kennt sie: Die bunten Aufkleber auf den Reifen. Dabei handelt es sich um das EU-Reifenlabel. Es ist gesetzlich vorgeschrieben und liefert wichtige Informationen zur Reifensicherheit und zu Umweltaspekten. Durch die Kennzeichnung können Reifen leichter miteinander verglichen werden. Ab dem 1. Mai 2021 gilt die neue Reifenkennzeichnungsverordnung: Das neue Label soll die bisherigen Angaben vereinfachen und umfassender über die Reifeneigenschaften informieren – vor allem die Energieeffizienz soll deutlicher dargestellt werden. Durch die Nutzung von energieeffizienteren Reifen können Kraftstoff und Kosten gespart und das Klima geschont werden. Was zeigt das Reifenlabel genau an und welche Änderungen gibt es?

Reifenlabel: Ein Überblick über die bisherige Regelung

 

Seit 2012 müssen Reifen mit dem EU-Reifenlabel gekennzeichnet sein. Kunden bekommen so eine erste Orientierung bei der Kaufentscheidung. Auf dem Label befinden sich drei Symbole:

  1. Das Zapfsäulen-Symbol gibt den Rollwiderstand beziehungsweise die Kraftstoffeffizienz der Reifen an.
  2. Das Regensymbol steht für die Nassbremseigenschaft.
  3. Das Schallwellensymbol unten auf dem Etikett beschreibt das Außenfahrgeräusch beziehungsweise das externe Rollgeräusch.
  • Rollwiderstand: Der Rollwiderstand ist entscheidend für die Energieeffizienz des Reifens. Je höher der Rollwiderstand, desto mehr Kraftstoff verbraucht das Fahrzeug für die Fortbewegung. Auf dem bisherigen Reifenlabel wird der Rollwiderstand in den Klassen A bis C und E bis G angegeben. Auf jeder höheren Stufe benötigt das Fahrzeug mehr Kraftstoff. Die Kraftstoffersparnis zwischen den Effizienzklassen A und G liegt bei etwa 0,5l/100km Kraftstoff. Die meisten heute angebotenen Reifen fallen in die Klassen B und C.
  • Nassbremseigenschaft: Die Nassbremseigenschaft beschreibt die Bremsleistung des Reifens auf nasser Strecke. Die Nasshaftung ist ein wichtiger Aspekt für die Sicherheit des Fahrzeugs. Auf dem Reifenlabel wird die Nasshaftung in die Klassen A bis C und E bis F eingeteilt. Zwischen Reifen der Klassen A und F kann sich die Länge des Bremswegs um 30% unterscheiden. Die Nassbremseigenschaft des Reifen hat also unmittelbaren Einfluss darauf, wie schnell man mit dem Fahrzeug zum Stehen kommt.
  • Geräuschemission: Die Geräuschemission beziehungsweise das Außenfahrgeräusch beschreibt das maximale Vorbeifahrgeräusch. Auf dem Label wird es bisher mit einem symbolisierten Lautsprecher angegeben. Die Anzahl der Ringe zeigt die Lautstärke in Dezibel an. Je weniger Ringe auf dem Label zu sehen sind, desto leiser ist das Außenfahrgeräusch.

Neues Reifenlabel 2021: Neue Klassen, neue Inhalte

Die Angaben auf dem Reifenlabel ab dem 1. Mai 2021 sollen sichtbarer und genauer werden. Auf dem neuen Etikett werden die Labelklassen für Rollwiderstand und Nassbremseigenschaften neu festgelegt: Sie werden nur noch von A bis E eingestuft. Verbraucher sollen die Informationen so leichter interpretieren können. Bei der Geräuscheinstufung wird die Anzahl der Ringe durch eine Dezibel-Angabe und die Buchstaben A, B und C ersetzt. Zusätzliche Icons geben Auskunft über Schnee- und Eishaftung bei Winterreifen. Ein QR-Code auf dem Etikett stellt weitere Reifendaten zum Herunterladen bereit.

Sicherheit hat Priorität

Auch wenn das neue Reifenlabel mehr Informationen liefert als das bisherige: Bei Reifen kann es zu gravierenden Qualitätsunterschieden kommen, die durch das neue Etikett nicht ersichtlich werden. Im Straßenverkehr zählt im Ernstfall jedoch jeder Meter. Gerade die Bremsleistung kann über Leben und Tod entscheiden. Deshalb sollten Verbraucher sich nicht nur auf das Label verlassen, sondern sich über unabhängige Reifentests informieren und die Beratung von Fachleuten in Anspruch nehmen.