Mehr Halt durch Spikes – aber nicht hierzulande

Bei Schnee und Glatteis kann mit den falschen Reifen die Haftung zum Untergrund schnell verloren gehen. Je nach Witterung kommen auch Winterreifen an ihre Grenzen. Um die Fahrspur stabil halten zu können und genügend Verzögerung beim Bremsen zu erreichen, sind dann zusätzliche Maßnahmen sinnvoll. Manch einer wünscht sich dann Spikes, die vor allem auf Eis helfen sollen. Doch wie funktioniert das und sind Spikes überhaupt erlaubt?

Eine Information vorweg: In Deutschland ist die Nutzung von Spikes grundsätzlich verboten, nur nicht im „kleinen Deutsche Eck“, einer Region im Berchtesgadener und Salzburger Land. Hintergrund ist, dass Spikes die Fahrbahnen stärker beschädigen können, als normale Gummireifen. Denn Spikes sind kleine Metallstifte, die in die Lauffläche eingearbeitet werden und etwa 1,5 bis 2 Millimeter herausragen. Pro Reifen werden etwa 50 bis 150 Spikes eingesetzt. Die Folge: Als erstes greifen die Spikes in den Untergrund. Auf Schnee und vor allem Eis „graben“ sie sich regelrecht in die Fläche und bieten so Halt.

Mit Spikes Auto fahren

Das Problem: Auch auf Asphalt berühren die Spikes zuerst den Untergrund und sorgen so für eine deutliche höhere Belastung der Straße. Da gleichzeitig die Lauffläche weniger Kontakt zur Straße hat, nimmt hier die Haftung ab. Als Nebeneffekt haben Spike-Reifen ein deutlich lauteres Abrollgeräusch. Deshalb muss jedem Nutzer von Spikes klar sein: Auf Eis und Schnee erhöhen sie die Sicherheit, bei freien Straßen ist Vorsicht geboten, weil der Bremsweg länger wird und die Haftung sinkt, was bei Kurvenfahrten deutlich spürbar ist.

 

Einsatz in anderen Ländern

Während also hierzulande Spikes keine Lösung darstellen, sind sie beispielsweise in Österreich und der Schweiz zugelassen. In Österreich dürfen die stahlbewährten Reifen zwischen Oktober und Mai gefahren werden. Zusätzlich muss am Heck ein Hinweisaufkleber angebracht werden. Außerdem gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern auf Landstraßen und 100 auf Autobahnen. Wenn Spikes montiert werden, müssen alle angetriebenen Räder damit ausgestattet sein. Wird ein Anhänger genutzt, muss er mit Spikes bereift sein.

In der Schweiz sind Spikes zwischen November und April zulässig. Allerdings ist damit die Autobahn absolut tabu und schneller als 80 Stundenkilometer darf nicht gefahren werden. Auch dürfen hier die Spikes nicht länger als 1,5 Millimeter aus dem Profil herausragen.