Ist das eigenhändige Messen der Profiltiefe bald Geschichte?

Jeder Autofahrer weiß: Nur mit genügend Profil auf den Reifen ist man auch sicher unterwegs. Während der Gesetzgeber 1,6 Millimeter als absolutes Minimum angibt, empfehlen Hersteller und Sicherheitsexperten mindestens 3 Millimeter bei Sommerreifen und 4 bei Winterreifen. Messen lässt sich die Tiefe der Rillen auch schon mit einigen technischen Hilfsmitteln, doch immer muss bewusst nach den Reifen geschaut werden. Ein permanenter Check der Profiltiefe, wie er etwa bei Reifendruckkontrollsystemen Einzug erhalten hat, ist derzeit noch nicht möglich. Doch genau daran arbeitet die Forschung aktuell. In Zukunft könnte die Profiltiefe also vom Auto selbstständig ermittelt werden, ohne dass Autobesitzer oder Werkstatt weitere Hilfsmittel benötigen.

 

Noch gilt es, die Euromünze zu zücken und ins Profil zu stecken. Verschwindet der goldene Rand komplett im Profil, sind mindestens 3 Millimeter Gummi auf dem Reifen. So hoch ist der Ring des Geldstücks nämlich. Auch sind digitale Messgeräte im Einsatz, die per Laser oder beim Darüber rollen direkt erkennen, wie tief das Profil noch ist. Doch was ein Team aus Wissenschaftlern der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh derzeit austüftelt, könnte diese Tests überflüssig machen.

 

ProfiltiefeUnter dem Arbeitstitel „Osprey“ soll eine vollautomatische Profiltiefenmessung Realität werden. Osprey ist englisch für Fischadler und das Tier soll dazu in der Lage sein, sehr exakt berechnen zu können, wie tief Fische im Meer schwimmen. Dabei berechnet der Vogel auch die Lichtbrechung an der Wasseroberfläche mit ein.

Radarsystem im Radkasten

Um eine Wassertiefe geht es bei dem Forschungsprojekt nicht, aber eben um Profiltiefen. Wie genau das System funktioniert wurde bisher nicht verraten. Nur so viel: Im Radkasten integrierte Radarsystem sollen in der Lage sein, zu erkennen, wieviel Profil noch auf dem Reifen ist. Wann das System vollständig entwickelt ist und ob es wirklich Einzug in die Autos erhält, ist aktuell noch vollkommen offen.

Nach dem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) wäre es ein weiteres System, das den Autofahrer unterstützt und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen würde.
Jedoch gilt beim RDKS genau wie bei anderen neuen Systemen: Die Technik unterstützt, sie ersetzt aber niemals den regelmäßigen manuellen Check durch den Fahrer. Denn auch mit RDKS empfehlen Verkehrssicherheitsexperten: Bei jedem zweiten Tankstopp den Zustand der Reifen checken!