Der Reifendruck – ein wesentlicher Sicherheitsfaktor

Wer schon einmal in einem „schwammig“ fahrenden Auto saß, das Gefühl hatte, dass eine Seite tiefer liegt als die andere oder erlebt hat, wie die Reifen den Bodenkontakt verlieren, hat am eigenen Leib erfahren, wie unsicher man sich in dem Moment im Auto fühlt. Ursache dafür kann ein falsch eingestellter Reifendruck sein. Bei rund jedem fünften Reifen fanden die Expertenteams der Wash & Check-Aktion  2018 einen von den Herstellerangaben abweichenden Reifendruck, selbst mit eingerechnetem Toleranzbereich.

Leuchtet die RDKS-Lampe auf dem Armaturenbrett auf, verliert ein Reifen Luft. (Quelle: © piai – Fotolia.com)

Technische Hilfe – das Reifendruckkontrollsystem

Der Reifendruck soll bei jedem zweiten Tankstopp kontrolliert werden. Neuere Autos haben inzwischen Systeme verbaut, die die Überwachung des Reifendrucks automatisch übernehmen. Fällt der Luftdruck ab, warnt es den Fahrer über eine Anzeige im Armaturenbrett. Der Fahrer kann daraufhin den Luftdruck korrigieren bzw. den Reifen bei starkem Druckabfall von Fachleuten auf Schäden untersuchen lassen. Außerdem reduziert ein korrekt eingestellter Reifendruck auch den Kraftstoffverbrauch.

Warum ist der optimale Reifendruck so wichtig? Sehen Sie hier.

RDKS schützt nicht vor falschem Reifendruck

Seit dem 01.11.2014 sind automatische Reifendruckkontrollsystem (RDKS) Pflicht in Neuwagen. Doch die Reifenprüfungen der Wash & Check-Aktion zeigten, dass auch Autos mit RDKS häufig keinen optimalen Reifendruck hatten. Oft wussten Fahrer nicht, dass sie ein solches System an Bord haben, dabei muss es stets korrekt eingestellt sein – Autofahrer sollten Bescheid wissen, was welche Warnleuchten bedeutet.

Direkte und indirekte RDKS

Es gibt verschiedene Systeme von RDKS. Indirekte RDKS berechnen den Reifendruck über die ABS-Raddrehzahlsensoren bzw. vorhandene ESP-Sensoren. Verliert ein Reifen Luft, verringert sich sein Abrollumfang, er dreht sich schneller und die Elektronik meldet dem Fahrer den Druckverlust. Vorteil des indirekten Systems ist, dass beim Reifenwechsel keine zusätzlichen Sensoren verbaut werden und keine Zusatzkosten entstehen. Nach dem Reifenwechsel muss das RDKS lediglich einmal neu angelernt werden: Die Reifen müssen auf das Fahrzeug kalibriert werden, damit das RDKS akkurat funktioniert. Ein Nachteil ist, dass das indirekte RDKS nicht erkennen, welches Rad Druck verliert. Zudem funktionieren sie nur bei rollenden Fahrzeugen.

Komfortable, aber auch aufwändiger und teurer, sind direkte Reifendruckkontrollsysteme. Sie messen den Druck über vier Sensoren an den Ventilen. Über Funksensoren wird der exakte Reifendruck an die Bordelektronik übermittelt und dem Fahrer bei Bedarf angezeigt. Beim Wechsel von Sommer- auf Winterreifen oder umgekehrt kann theoretisch ein Satz Sensoren auf den anderen Reifensatz umgezogen werden. Dabei wird jedoch jedes Mal ein sogenanntes Service-Kit mit neuen Gummidichtungen und Ventilen benötigt. Deswegen ist es ratsam, sich für jeden Reifensatz einen eigenen Satz Sensoren anzuschaffen. Dies kostet für den kompletten Satz zwischen 100 und 200 Euro.

Wer den Reifenwechsel nicht beim Fachmann durchführen lässt, sollte sich das RDKS aber von ihm korrekt einstellen lassen, da es sonst nach dem Reifenwechsel nicht mehr funktioniert.