Autofahren bei Hitze

Autofahren bei großer Hitze beschäftigt uns jedes Jahr aufs Neue. Dabei sollte man Einiges beachten, um sein Ziel sicher zu erreichen, ob im täglichen Berufsverkehr oder bei weiteren Urlaubsfahrten mit zum Teil langen Wartezeiten im Stau. Die mögliche sommerliche Wärmeentwicklung ist nicht nur unangenehm, sondern hat auch Auswirkungen auf die Sicherheit im Straßenverkehr. Hitze wirkt sich nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Psyche aus. Die Konzentration lässt nach, man wird schneller müde, gestresster und auch aggressiver. Untersuchungen der Bergischen Universität Wuppertal haben ergeben, dass bei 37 Grad im Fahrzeug die Zahl der Unfälle innerorts um 33 Prozent steigt. Selbst bei “nur” 27 Grad liegen die Unfallzahlen um elf Prozent über dem Durchschnitt. Grund dafür sind nicht nur Konzentrationsmangel und reduzierte Reaktionsfähigkeit, sondern vor allem aggressives Fahrverhalten.

Klimaanlage

Bevor die Fahrt losgeht, sorgt ein Lüften des Autos für die erste Abkühlung, die angestaute Hitze kann entweichen. Erst dann sollte man die Klimaanlage bei geschlossenen Fenstern für einige Minuten im Umluft-Modus anschalten. Generell sollte der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur nicht mehr als sechs Grad betragen. Das kühlt ausreichend, bewahrt vor Erkältungen und vor dem Hitzeschock, wenn man aus dem unterkühlten Auto in die Wärme aussteigt.

Luftige Kleidung

Leichte und locker sitzende Kleidung ist bei langen Fahrten empfehlenswert. Bikinis und Badehosen sind erlaubt – nackt oder als Frau „oben ohne“ allerdings nicht. Man riskiert eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Flip Flops oder nackte Füße sind zwar nicht verboten, aber trotzdem nicht verkehrssicher wegen der Rutschgefahr auf den Pedalen.

Auch ist nicht jede Sonnenbrille zum Autofahren geeignet. Für Fahrten tagsüber darf sie nur eine maximale Tönung von 85% aufweisen, für nächtliches Fahren darf die Tönung nur bei 25% liegen – sonst droht ein Bußgeld. Blaue und rote Gläser sind nicht geeignet, da sie das Kontrastsehen mindern.

Genügend trinken

Gerade in der Sommerhitze sollten Getränke mit an Bord sein, empfohlen werden Wasser oder Fruchtschorlen. Wenn es stilles Wasser ist, kann damit notfalls nicht nur der Durst, sondern auch bei Bedarf der Kühler oder das Wischwasser nachgefüllt werden. Zuckerhaltige Getränke sollten vermieden werden, da der enthaltene Zucker im Körper verdünnt werden will – gegen Durst helfen diese Getränke also nicht.

Nachtfahrten empfehlenswert?

Wer längere Fahrten in die Nacht legt, entgeht damit oft der größten Hitze. Hier ist aber mit anderen Faktoren zu rechnen, wie mit dem Risiko von Nachtblindheit und eingeschränktem Sehvermögen. Außerdem ist nachts das Risiko des Sekundenschlafes nicht zu unterschätzen. Müdigkeit am Steuer und Sekundenschlaf sind noch vor Alkohol und Drogen Unfallursache Nummer eins. Daher sollte man vor langen Fahrten ausreichend schlafen, alle zwei Stunden eine Pause von mindestens zehn Minuten einlegen und sich möglichst bei langen Fahrten abwechseln. Man muss unbedingt auf erste Anzeichen von Müdigkeit achten und die Warnsignale ernst nehmen: Die Gefahr des Sekundenschlafes wird meistens unterschätzt. Das beste Mittel gegen Schläfrigkeit ist ein Kurzschlaf von maximal 20 Minuten oder Bewegung an der frischen Luft. Das Öffnen der Fenster, laute Musik oder Kaugummi kauen helfen dagegen nicht.

Viele Fahrzeuge haben einen Müdigkeitswarner verbaut, der das Lenkverhalten des Autofahrers analysiert. Phasen, in denen kurzzeitig nicht gelenkt wird, dann aber abrupt korrigiert wird, lassen auf nachlassende Konzentration und Müdigkeit schließen. Das System kombiniert dazu die Fahrzeuggeschwindigkeit, Tageszeit und das Blinkverhalten. Wird Müdigkeit erkannt, warnt das System. Spätestens dann sollte eine Pause eingelegt werden.

Reifencheck nicht vergessen

Grundsätzlich passiert mit Reifen bei Hitze nichts, gerade Sommerreifen sind speziell für hohe Temperaturen ausgelegt. Allerdings dehnt sich Luft bei Hitze automatisch aus und der Reifendruck erhöht sich. Dies ist in der Regel völlig ungefährlich. Zu wenig Luft im Reifen kann allerdings negative Folgen haben: Die Mitte der Lauffläche hat dann wenig Bodenkontakt und der Reifen wird bei den Umdrehungen stark verformt. Dadurch erhitzt der Reifen zusätzlich und verschleißt sehr schnell. Hinzu kommt, dass die Flanken stark beansprucht werden. Reifen, die bereits vorab Beschädigungen vorweisen, wie Risse oder Beulen, nehmen bei großer Hitze eher Schaden. Umso wichtiger, auch bei hohen Temperaturen seine Reifen im Blick zu haben und regelmäßige Reifenchecks durchzuführen.