Umweltfaktor Lärm

72 Dezibel-Reifen klingen doch immer gleich, oder?

An Hand des von der EU vorgeschriebenen Reifenlabels werden Reifen in drei verschiedene Geräuschklassen eingeteilt. Ein Reifen mit einer Geräuschemission von 72 Dezibel klingt also wie ein anderer mit der gleichen Klassifizierung, oder? Weit gefehlt: Wer verschiedene Reifen einer Klasse rein über das Gehör vergleicht, erkennt gewaltige Unterschiede: Während der eine Reifen geradezu beruhigend wirkt, rattert der andere laut daher.

Um die externen Rollgeräusche und auch die Geräuschentwicklung im Inneren der Fahrgastzelle zu optimieren, arbeiten Akustiker bei den Reifenherstellern. In Geräuschlaboren testen sie die Reifen einerseits auf die tatsächliche Lautstärke, arbeiten andererseits aber auch am Sound-Design der verschiedenen Reifen.

Mitarbeiter der Abteilung NVH Engineering bei Continental Reifen Deutschland analysieren am Monitor das Soundprofil eines Reifens (Quelle: Continental)

Wussten Sie zum Beispiel, dass die Profilblöcke unterschiedlich breit sind? Glauben Sie nicht? – Dann schauen Sie sich Ihre Reifen mal genau an!

Das ist wichtig für das Geräuschempfinden, denn schon andere Abstände der Profilblöcke untereinander können dafür sorgen, dass ein Reifen für das menschliche Ohr viel angenehmer und melodischer klingt als ein Reifen, der ebenso laut ist.

Das Abrollgeräusch der Reifen spielt nicht zuletzt für den Fahrkomfort eine große Rolle, so dass bei der Entwicklung von Reifen für ein neues Fahrzeugmodell auch die Wechselwirkungen zwischen Auto und Reifen berücksichtigt werden, denn an einem anderen Auto klingt derselbe Reifen ein bisschen anders.