Winterreifen im Winter

Winterreifen sind eindeutig die richtige und sichere Bereifung für den Winter, denn sie sorgen für den zuverlässigen Gripp auf der Fahrbahn und kurze Bremswege

Winterreifen auf vereister StraßeEine gesetzliche Definition von Winterreifen gibt es allerdings noch nicht, weil bislang in den europaweiten, standardisierten Tests keine unter winterlichen Bedingungen vorgesehen sind. Trotzdem lassen sich eindeutige Merkmale für Winterreifen ausmachen:

M+S-Kennzeichnung (auch M/S und MS)

Diese Kennzeichnung darf jeder Hersteller an seinen Reifen anbringen, ohne dass es dafür rechtliche Grundlagen gibt. M+S steht dabei für „Matsch und Schnee“, oder auch Englisch für „Mud and Snow“. In den 50er Jahren begann man damit, grobstolligere Profile für Matsch und Schnee mit diesem Zeichen zu kennzeichnen. Inzwischen gibt es Länder, in denen nahezu jeder Reifen diese M+S-Kennzeichnung trägt, egal, ob Winterreifen oder nicht. Die Aussagekraft über die Wintereigenschaften ist daher begrenzt. Die Straßenverkehrsordnung verlangt gemäß Paragraph 2, Absatz 3a in der neuen Fassung von 2010 bei winterlichen Straßenverhältnissen die Nutzung von Reifen mit der M+S-Kennzeichnung.

Schneeflockensymbol

Hinter dem Schneeflockensymbol steht eine vereinheitlichte Prüfung mit definierten Kriterien. Hier wird der Reifen mit einem standardisierten Reifen verglichen. Schafft der Reifen bessere Werte als der Vergleichsreifen, erhält er das Schneeflockensymbol. Diese Prüfung wurde nötig, nachdem in den USA fast ausschließlich Reifen mit M+S- Kennung angeboten wurden und die Verbraucher/innen nicht mehr unterscheiden konnten, ob ein Reifen Wintereigenschaften aufwies, oder nicht. Das Schneeflockensymbol setzt sich auch in Europa immer mehr durch und steht mittlerweile als eine Art Gütesiegel für Winterreifen. Ein mit einem Schneeflockensymbol ausgezeichneter Reifen befindet sich in der Regel im oberen Drittel der Leistungsfähigkeit von Winterreifen, wie Reifentests immer wieder belegen.

Es ist vorgesehen, dass „die Schneeflocke“ in Zukunft das M+S-Symbol ersetzt.

Lamellen

Profil eines WinterreifensDie feinen, meist wellenförmigen Profileinschnitte sorgen für den gewünschten Verzahnungseffekt mit der Fahrbahnoberfläche, indem sie zusätzliche Griffkanten bilden. Winterreifen weisen bis zu 2000 Lamellen auf und unterscheiden sich dadurch schon auf den ersten Blick von Sommerreifen, die entweder keine oder nur wenige Einschnitte in ihren Profilklötzen haben. Neben den wellenförmig ausgeführten Lamellen gibt es auch wabenförmige oder gerade Lamellen. Hier hat jeder Hersteller sein eigenes Profil entwickelt. Allen gemeinsam ist die Erhöhung der Kantenlänge und damit der bessere Gripp auf die Fahrbahnoberfläche.

Experten/innen empfehlen, Winterreifen schon bei einer Profiltiefe von 4 mm zu wechseln, da die Lamellen schwinden, wenn man das Profil weiter abfährt. Hintergrund hierfür ist, dass die Lamellen bei der Herstellung nicht tiefer eingeschnitten werden können, da die Lauffläche sonst zu instabil ist.

Spezielle Laufflächenmischung

Winterreifen haben eine spezielle Laufflächenmischung, die dafür sorgt, dass das Gummi auch bei tieferen Temperaturen nicht verhärtet. Die weiche Laufstreifenmischung von Winterreifen ist also auch bei niedrigen Temperaturen noch flexibel, so dass Winterreifen griffig bleiben und sich optimal mit der Fahrbahnoberfläche verzahnen. Die Gummimischung von Sommerreifen dagegen verhärtet bei winterlichen Temperaturen und bietet nicht mehr den erforderlichen Grip.

Ertasten Sie es doch einmal selbst: Wenn Sie beim nächsten Mal bei Ihrem Reifenfachbetrieb warten, schauen Sie sich die Reifen nicht nur an, sondern prüfen mit dem Fingernagel die Beschaffenheit des Gummis. Sie werden fühlen: Winterreifen sind weicher!