Sicherheitsfaktor Reifenalter

Je älter ein Reifen ist, desto spröder wird das Gummi. Der Reifen wird anfälliger bei Quetschungen, z. B. an Bordsteinen, oder bei scharfen Gegenständen. Deshalb sollten Reifen, die älter als sechs Jahre sind, monatlich auf Schäden überprüft werden. Nach zehn Jahren sollte ein Reifen in jedem Fall erneuert werden.

Woran erkennt man das Reifenalter?

Auf der Reifenflanke ist die so genannte DOT-Nummer aufgedruckt. „DOT“ steht für „Department of Transportation“, einfacher: das Herstellungsdatum. Die erste beiden Ziffern geben die Produktionswoche, die letzten beiden das Produktionsjahr an. Der Reifen mit der Aufschrift DOT 1914 wurde beispielsweise in der 19. Kalenderwoche 2014 produziert.

Übrigens: An Hand der DOT-Nummer kann man auch beim Kauf von Neureifen das Alter checken. Für Vielfahrerinnen und Vielfahrer ist das Reifenalter beim Kauf weniger relevant, da das Profil vermutlich bereits abgefahren sein wird, bevor erste Alterserscheinungen auftreten. Für Fahrzeuge, die nur wenige tausend Kilometer im Jahr bewegt werden, kann ein Check dagegen sinnvoll sein.

Sonderfälle: Reifen von Anhängern und Wohnwagen

Reifenalter: Reifen von Wohnmobilen sollten höchstens sechs Jahre alt sein.

Anhängerreifen von Pkw-Gespannen und anderen mehrspurigen Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 Tonnen, die eine 100 km/h-Zulassung besitzen, dürfen laut Gesetz maximal sechs Jahre alt sein.

Wohnwagenreifen sollten bereits ab sechs, spätestens ab acht Jahren ersetzt werden, da Reifen von Wohnmobilen, Wohnwagen und Anhängern nicht regelmäßig bewegt werden. Durch die dauerhafte einseitige Belastung altern sie allerdings besonders schnell und neigen zu Rissen. Eine einheitliche gesetzliche Regelung zum Alter von so genannten Standfahrzeugen gibt es nicht, Verkehrssicherheitsexperten/innen empfehlen, Reifen während der Standzeit

  • durch eine Reduzierung des Luftdrucks zu entlasten,
  • vor Licht zu schützen,
  • von Ozonstrahlung (z. B. durch elektrische Geräte) abzuschirmen,
  • und nicht mit Kohlenwasserstoffen, die z. B. in Öl, Benzin, Diesel und Gas enthalten sind, in Berührung zu bringen.

Expertentipp

Christian Koch, Reifensachverständiger, DEKRA Automobil GmbH:

„Grundsätzlich gibt es keine gesetzliche Altersobergrenze für Reifen. Aber: Reifen bestehen aus dem Naturprodukt Kautschuk – und der altert und wird spröde, selbst wenn die Reifen nur lagern. Deshalb sollten Reifen möglichst nicht älter als zehn Jahre sein. Es kommt jedoch vor, dass sie schon früher altern oder Schäden aufweisen. Fragen Sie ihre Werkstatt, warum genau sie den Austausch empfiehlt – und vertrauen Sie dem Urteil der Fachleute.“