Gut gewappnet in den Sommerurlaub

Abbildung: Die Aufstandsfläche von Sommerreifen auf nasser Straße mit verschiedenen Profiltiefen bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten

Ferienzeit ist Reisezeit. Für bundesweit fast 18 Millionen Menschen geht es jährlich mit dem Auto in den Sommerurlaub. Der Pkw ist dabei unangefochtenes Verkehrsmittel Nummer eins, um in die Ferien zu starten. Dass es vor Reiseantritt dabei ein paar Dinge zu beachten gilt, ist für die meisten Fahrzeughalter selbstverständlich: Öl- und Wasserstand prüfen – logisch. Check der Licht- und Abgasanlage – vorsichtshalber, man will ja schließlich keine bösen Überraschungen erleben. Sind Warnwesten, Warndreieck und Erste-Hilfe-Set an Bord? Klar, die sind in Deutschland und den meisten europäischen Nachbarländern schließlich gesetzlich vorgeschrieben. Na dann kann‘s ja losgehen! … Oder nicht? Die Bereifung wird von vielen Autofahrern nach wie vor stiefmütterlich behandelt und leider auch beim Sicherheitscheck vor Urlaubsantritt oft vernachlässigt. Dabei stellen sie den einzigen Kontakt des Fahrzeuges zur Straße dar. Die Initiative Reifenqualität des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner hat Tipps zusammengestellt, was es in punkto Bereifung zu beachten gibt, bevor es das nächste Mal gen Berge oder Meer geht.

Was sollte überprüft werden?

Zu einem Reifencheck gehören verschiedene Punkte: Ist die richtige Reifenart montiert? Ist der Reifendruck an die Beladung angepasst? Reicht die verbliebene Profiltiefe? Sind die Reifen unbeschädigt und nicht älter als zehn Jahre? Ist das Ersatzrad für den Fall der Fälle einsatzbereit?

1. Sommerreifen im Sommer

Von Ostern bis Oktober – also in den warmen Monaten – sollten Kraftfahrzeuge mit Sommerreifen ausgestattet sein. Diese sind auf höhere Temperaturen ausgelegt und deutlich härter als Winterreifen. Aufgrund ihrer Beschaffenheit verschleißen sie auf heißem Asphalt weniger stark und verkürzen den Bremsweg bei einer Vollbremsung signifikant.

2. Reifendruck anpassen

Der Reifenluftdruck ist mit dem eigenen Blutdruck zu vergleichen: Ist er zu niedrig, fühlt man sich schlapp, ist er zu hoch, wird der gesamte Kreislauf stark belastet. Übertragen heißt das: Zu niedriger Luftdruck führt zu schnellerem Verschleiß, weil der Reifen stärker beansprucht wird, bei zu hohem Luftdruck verringert sich die Kontaktfläche zur Straße, womit der Bremsweg länger wird.
Damit der Reifen alle seine Aufgaben (zum Beispiel Übertragen von Antriebs-, Lenk- und Bremskräften, Dämpfen von Schlägen und Stößen, Federn des Autos) optimal erledigen kann, ist es notwendig, den Reifendruck vor Urlaubsbeginn am kalten Reifen zu messen und entsprechend anzupassen.
Den vom Hersteller empfohlenen Reifendruck findet man in der Betriebsanleitung, im Tankdeckel oder am Türholm. Aber Vorsicht: Hierbei gilt es zu beachten, ob es sich um ein beladenes oder ein leeres Auto handelt.
Neben einem Sicherheitsgewinn und mehr Komfort sorgt der optimale Luftdruck übrigens auch für optimierten Spritverbrauch (um bis zu drei Prozent geringer) und schont so den Geldbeutel.

3. Profiltiefe prüfen

Wenn es einmal heftig regnet, ist es wichtig, dass das Auto nicht auf der Straße aufschwimmt und es zu Aquaplaning kommt. Deshalb muss vor Fahrtantritt unbedingt die Profiltiefe geprüft werden. Diese sollte bei Sommerreifen mindestens 3 mm Restprofil aufweisen, damit die Reifen das Wasser auf der Fahrbahn ableiten können.

4. Check auf Schäden

Reifen sollten regelmäßig auf Risse, Einfahrschäden und Beulen kontrolliert werden, sonst kann es zu Druckverlust und einem „Platten“ kommen. Wer kürzlich eine Bordsteinkante oder ein Schlagloch unsanft mitgenommen hat, sollte demnach ganz genau hinsehen. Im Zweifelsfall gilt: Experten zu Hilfe ziehen.

5. Das Reifenalter prüfen

Wann wurde das letzte Mal in neue Sommerreifen investiert? Generell gilt: Reifen sollten nicht länger als zehn Jahre gefahren werden bzw. bei einer Profiltiefe von 3 mm (Sommerreifen, Winterreifen = 4 mm) ausgetauscht werden. Reifen, die älter als sechs Jahre sind (Herstellungsdatum beachten!), sollten häufiger auf Schäden überprüft werden, denn auch bei geringer Nutzung wird durch äußere Einflüsse wie UV-Einwirkung der Gummi spröde und das Ausfallrisiko steigt.

6. Nicht vergessen: Das fünfte Rad am Wagen

Zu jedem Check vor längeren Urlaubsfahrten sollte man auch überprüfen, wo und in welchem Zustand sich ein Reserverad befindet. Auch wenn es in Deutschland gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, diesen „Helfer in der Not“ im Fahrzeug mitzuführen, so sollte man darauf in keinem Fall verzichten.
Dabei muss es sich allerdings nicht zwangsläufig um ein Ersatzrad handeln – viele Hersteller statten ihre Modelle mittlerweile alternativ mit Repair-Kits aus. Und natürlich steht es Fahrzeughaltern frei, sich für weitere Varianten, wie Run-Flat-Bereifung oder das sogenannte Notrad, zu entscheiden.

Übrigens bieten Reifenfachhändler und Kfz-Meisterwerkstätten häufig auch kostengünstige Urlaubschecks an, um das Pannenrisiko zu minimieren und zu gewährleisten, dass der Weg in den Urlaub bereits so entspannt wie möglich verläuft.

Fachbetriebe rund um Rad und Reifen finden interessierte Nutzer zum Beispiel in der Betriebedatenbank unter www.reifenqualitaet.de.


Folgende Downloads stehen zur Verfügung:

Pressemeldung „Gut gewappnet in den Sommerurlaub“, *.docx (294 kb)

Pressemeldung „Gut gewappnet in den Sommerurlaub“, *.pdf (301 kb)

Abbildung: Die Aufstandsfläche von Sommerreifen auf nasser Straße mit verschiedenen Profiltiefen bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten