Gefahrenquelle Blitzeis

Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen unterscheiden sich maßgeblich in ihrem Profil. Während Sommerreifen dafür optimiert sind, auf Nässe zu punkten, sorgen Winterreifen mit ihren Profileinschnitten für die optimale Verzahnung mit glatten und matschigen Untergründen. Ganzjahresreifen kombinieren beides, erreichen aber weder die Leistung der Sommer-, noch die der Winterspezialisten.

Blitzeis: Ein Begriff, der jedem Autofahrer durch Mark und Bein geht. Fachterminologisch richtig „Eisregen“ genannt, bezeichnet er das Phänomen, wenn Regen innerhalb kürzester Zeit am Boden gefriert und sich binnen Minuten gefährliches Glatteis auf den Straßen bildet. Das Resultat sind häufig Unfallzahlen im dreistelligen Bereich, nicht selten in Verbindung mit schweren Sachschäden, Verletzungen oder gar Todesfällen. Zuletzt etwa im Januar 2016, als in Süd- und Westdeutschland Hunderte Autos von den Straßen rutschten, Dutzende Menschen verletzt wurden und nach Unfällen mehrere Autobahnabschnitte zweitweise gesperrt werden mussten. Doch wie fährt man sicher bei Blitzeis? Experten der Initiative Reifenqualität des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner empfehlen: Wenn möglich gar nicht. Sind Fahrten nicht zu verschieben, sind Winterreifen bei einer solchen Wetterlage Pflicht. Um von Blitzeis nicht mit Sommerreifen überrascht zu werden, sollte man auf hochwertige Winterbereifung umrüsten.

Winterreifen verfügen über eine andere Laufflächenmischung, die auch bei niedrigen Temperaturen noch weich und geschmeidig bleibt. Die Kanten der feinen Lamellen verzahnen sich mit überfrorenen, verschneiten oder matschigen Oberflächen und gewähren so, optimalen Griff. Dabei sollte die Profiltiefe mindestens 4 Millimeter betragen. Trotzdem ist bei Glatteis höchste Vorsicht geboten.

Die Signale frühzeitig erkennen!

Im Winter sollten daher vor jeder längeren Fahrt die Wetterwarnungen ernst genommen werden. Im Zweifel den Pkw lieber stehen lassen. Unterwegs empfiehlt es sich, Wetterlage und Umgebung genau im Auge zu behalten. Auf Brücken, Bergkuppen und an Waldschneisen bildet sich Blitzeis auch schon bei niedrigen Temperaturen im Plusbereich. Setzen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt Regenfälle ein, ist höchste Vorsicht geboten. „Leisere Reifengeräusche, eine weichere Lenkung, das Durchdrehen der Antriebsräder oder die Spiegelung des Scheinwerferlichts auf der Straßenoberfläche sind deutliche Warnzeichen für Glatteis“, so Hans-Georg Marmit, Fachbereichsleiter der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e. V. (KÜS).
Wenn man das Lenkrad festhält und leicht bremst, kann man den Zustand der Straße vorsichtig überprüfen. Bei Glätte muss dann die Geschwindigkeit stark gedrosselt und der Abstand zum Vordermann erhöht werden. Das gilt auch für Pkw, die mit Fahrassistenzsystemen wie ABS, ESP oder Notbremsassistent ausgestattet sind. „Alle diese Assistenten laufen über die Reifen und funktionieren nicht, wenn diese keinen richtigen Griff haben. Deswegen ist es ein Trugschluss zu denken: Mein Auto hat ja ESP, mir passiert nichts“, so Uwe Becker, Verkehrssicherheitsexperte beim Auto Club Europa (ACE). Die Anschaffung hochwertiger Winterreifen sollte demnach eine Selbstverständlichkeit sein. EU-Reifenlabel, Tests in Magazinen oder die Beratung im Fachhandel liefern die nötige Orientierung.


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Woran erkenne ich ein Winterprofil? – 300dpi