Bundesrat beschließt verschärfte Prüfkriterien für Winterreifen

Das Alpine-Symbol, auch „Schneeflocke“ genannt, ist für Verbraucher ein verlässliches Zeichen für einen Winterreifen.

In seiner 954. Sitzung am 10. März 2017 hat der Bundesrat die Gesetzesänderungen zur Einführung des Alpine-Symbols beschlossen. Der Gesetzgeber folgt damit der Forderung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner sowie zahlreicher weiterer Experten, verbindliche Mindestanforderungen und Prüfkriterien für Winterreifen einzuführen. 2024 löst das Alpine- oder „Schneeflocken“-Symbol die bisherige M+S-Kennzeichnung endgültig ab. Bis dahin gilt eine Übergangsfrist, in der auch M+S-Reifen noch gefahren werden dürfen. Die diskutierte Anhebung der gesetzlich festgelegten Mindestprofiltiefe fand im Bundesrat keine Mehrheit.

Beschlossene Sache: Die „Schneeflocke“ wird für Winterreifen verbindlich

„M+S“ wie „Matsch und Schnee“: Diese Kennzeichnung wies Reifen bisher als Winterreifen aus, obwohl an das Symbol keinerlei verbindliche Auflagen geknüpft waren. M+S-Reifen mussten per Definition lediglich über ein grobstolliges Profil verfügen und eine gute Traktion auf Matsch & Schnee haben. Die Aussagekraft des M+S-Symbols hinsichtlich der Wintertauglichkeit war dadurch stark eingeschränkt

Die verpflichtende Einführung des Alpine-Symbols, einer „Schneeflocke in einem dreizackigen Gebirge“, die von vielen Herstellern bislang bereits freiwillig als zusätzliches Qualitätsmerkmal verwendet wurde, wird das in Zukunft grundlegend ändern. „Im Gegensatz zum M+S-Symbol setzt das Alpine-Symbol ein detailliert vorgegebenes Prüfverfahren mit Bremstests bei winterlichen Witterungsbedingungen voraus“, so Dipl.-Ing. (FH) Stefan Ehl, Prüfingenieur der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e. V. (KÜS). Um das Zeichen verwenden zu dürfen, müssen die Hersteller die Wintertauglichkeit ihrer Reifen belegen können, da sie deutlich besser abschneiden müssen, als ein Standard-Referenzreifen. Für die Autofahrer ist das Alpine-Symbol dadurch ein verlässlicher Indikator dafür, dass die mit ihm gekennzeichneten Reifen auch tatsächlich über eine Mindest-Wintertauglichkeit verfügen.

Verzicht auf Erhöhung der Mindestprofiltiefe ist eine verpasste Chance

Die Erhöhung der gesetzlichen Mindestprofiltiefe von Winterreifen von 1,6 mm auf 3 mm wurde abgelehnt. Der DVR schlägt seit Jahren vor, die Mindestprofiltiefe für Winterreifen auf mindestens 4 mm festzulegen. Bremstests diverser Fachzeitschriften, Verbraucherverbände und Automobilclubs haben in der Vergangenheit gezeigt, dass Winterreifen bereits ab einer Profiltiefe von 4 mm erheblich, ab 3 mm dramatisch an Traktion verlieren.


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