Reifenqualität fühlbar gemacht: Black Box am Tag der Verkehrssicherheit im Einsatz

Die Zahl der Verkehrsopfer ist nach wie vor zu hoch. Auch ein Grund, weshalb der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) vor 11 Jahren den Tag der Verkehrssicherheit ins Leben gerufen hat. Am 18.06.2016 wurde somit dem Thema Verkehrssicherheit gezielt eine bundesweite Plattform geboten. Die Initiative Reifenqualität war auf Einladung des Automobil Club Europa (ACE) zu Gast bei einem Fahrsicherheitstraining in Mainz für Schüler des Gymnasium Theresianum.

Seit 2005 ruft der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) jährlich bundesweit zum Tag der Verkehrssicherheit auf. Viele Unternehmen und Organisationen ergreifen diese Möglichkeit, um Verkehrssicherheitsthemen zu präsentieren. Mehr als 140 Veranstaltungen fanden an diesem Tag statt und waren so vielfältig wie die Teilnehmer selber: Der Bogen reicht vom Kita-Aktionstag, über Rollator-Training für Senioren bis hin zu Aktionstagen auf öffentlichen Plätzen.

Die Initiative Reifenqualität – „Ich fahr auf Nummer sicher!“ des DVR war in diesem Jahr dort, wo sich viele Fahranfänger tummeln – bei einer Veranstaltung des Gymnasium Theresianum Mainz. „Gerade Fahranfängern ist nicht bewusst, welche Rolle qualitativ hochwertige Reifen spielen und dass regelmäßige Reifenchecks für die eigene Sicherheit und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wichtig sind“, so der Fahrsicherheitstrainer Wolfgang Zwingel. Mit der Black Box bietet die Initiative Reifenqualität die Möglichkeit, unterschiedliche Reifenarten zu ertasten und diese somit erlebbar zu machen. Dies hinterließ bei den Schülern einen nachhaltigen Eindruck und regte zum Nachdenken an.

Die unterschiedlichen Reifenabschnitte können in der Black Box ertastet werden – öffnet man diese, kann man die Unterschiede in der Profilierung auch sehen und erfährt mehr über die Bremswege mit den verschiedenen Reifenarten.

Die Black Box besteht aus drei Fächern, in die die Schüler hineingreifen konnten. Die Fächer enthalten Abschnitte eines Sommerreifens, eines Winterreifens und eines abgefahrenen Reifens. „Sommerreifen bestehen aus einer harten Gummimischung und sind speziell für hohe Temperaturen und eine hohe Wasserverdrängung entwickelt“, erklärt Sandra Demuth vom DVR, „sie kommen weniger schnell ins Schwimmen und die Gefahr von Aquaplaning ist geringer. Winterreifen dagegen bestehen aus einer weicheren Gummimischung, die für kalte Temperaturen geeignet ist. Winterreifen haben zusätzliche Lamellen in ihrem Profil, die besonders guten Gripp auf Schnee und Eis bieten.“

Neben der Thematik des Umrüstens von Sommer- und Winterreifen stand bei Gesprächen auch die Profiltiefe im Fokus. Reifen sollten nicht zu weit abgefahren werden. Der DVR empfiehlt eine Mindest-Profiltiefe von 3 mm bei Sommerreifen und 4 mm bei Winterreifen statt der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Mit abgefahrenen Reifen verlängert sich der Bremsweg, somit erhöht sich die Gefahr, nicht rechtzeitig vor Hindernissen zum Stehen zu kommen.. Den Einfluss der Profiltiefe auf den Bremsweg zeigt die Grafik in der Black Box sehr eindrucksvoll.

Aber wie ermittelt man die Profiltiefe der Reifen? „Wir raten, die Profiltiefe ganz einfach mit einer 1-Euro-Münze zu messen. Der goldfarbene Rand der Münze ist 3 mm breit. Verschwindet der Rand im Profil der Reifen, ist die Profiltiefe, wenigstens für Sommerreifen, ausreichend. Ist das nicht der Fall, sollten die Reifen bald ausgetauscht werden“, sagt Sandra Demuth.

Aber auch andere Merkmale sollten bei Reifenchecks nicht außer Acht gelassen und regelmäßig überprüft werden: Der Reifenluftdruck sollte stimmen, das Alter der Reifen bei höchstens 10 Jahren liegen und er sollte auf sichtbare Schäden kontrolliert werden.

Beachtet man diese fünf Punkte, ist man mit seinen Reifen sicher unterwegs – das beeindruckte auch die Schüler und sie nahmen sich vor, sich mehr mit dem Thema Reifenqualität auseinander zu setzen. „Die Resonanz der Schüler ist gut und zeigt uns, dass die Black Box das Thema Reifenqualität sichtbar und erlebbar macht. Wir freuen uns schon auf den nächsten Einsatz!“, blickt Demuth auf den Tag der Verkehrssicherheit zurück.